05. 03. 2021 - Alles

Wie werden Lautstärke und Lärm gemessen?

Wenn man sich mit Lärm beschäftigt, stößt man früher oder später auf Dezibel. Eine Zahl, die einfach aussieht, hinter der sich jedoch mehr verbirgt, als man vermuten würde. Lassen Sie uns klären, was Dezibel wirklich bedeuten, warum Lärm auf eine besondere Art gemessen wird und wann ein Handy ausreicht und wann man einen Experten braucht.

Dezibel und warum diese Skala so besonders ist

Der Schallpegel wird in Dezibel (dB) angegeben. Die Einheit ist nach Alexander Graham Bell benannt.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Dezibel-Skala logarithmisch und nicht linear ist. Das bedeutet, dass sie sich nicht wie ein Lineal verhält, bei dem 60 doppelt so viel ist wie 30. Tatsächlich gilt:

  • Ein Anstieg um 10 dB entspricht etwa dem Zehnfachen der Schallenergie und wird subjektiv in etwa als doppelte Lautstärke wahrgenommen.
  • Ein Anstieg um 3 dB entspricht einer Verdopplung der Schallenergie, wird vom Gehör jedoch nur als kaum wahrnehmbarer Unterschied empfunden.

Deshalb sind 100 dB viel, viel mehr als 50 dB und nicht „doppelt so viel“. Und deshalb zählen beim Lärm auch kleine numerische Unterschiede.

Ein paar Richtwerte zur Veranschaulichung: Die Hörschwelle liegt bei 0 dB, ein ruhiger Raum bei etwa 30 dB, ein normales Gespräch bei etwa 60 dB, eine belebte Straße bei etwa 80 dB und die Schmerzschwelle bei etwa 120 dB.

Achten Sie auf drei Begriffe, die nicht dasselbe bedeuten

Dies wird am häufigsten verwechselt, auch in Artikeln im Internet. Lautstärke, Intensität und Schallleistung sind keine Synonyme, obwohl sich viele davon in Dezibel ausdrücken lassen.

  • Die Schallleistung gibt an, wie viel Schallenergie eine Quelle abgibt. Sie ist eine Eigenschaft der Quelle selbst und unabhängig davon, wo Sie sich befinden. Sie wird beispielsweise auf den Typenschildern von Geräten angegeben.
  • Der Schalldruckpegel ist der Wert, den Sie an einem bestimmten Ort tatsächlich messen. Er hängt von der Entfernung zur Schallquelle und von den räumlichen Gegebenheiten ab. Dieser Wert wird mit einem Schallpegelmesser gemessen und ist in der Regel für Sie von Interesse.
  • Lautstärke ist eine subjektive Wahrnehmung davon, wie laut wir einen Ton empfinden. Sie hängt nicht nur vom Schalldruck ab, sondern auch von der Frequenz, da das Ohr bestimmte Frequenzen besser wahrnimmt als andere.

Daher sind die Angaben „Das Gerät hat 50 dB“ und „Ich habe bei mir 50 dB gemessen“ nicht dasselbe. Im ersten Fall handelt es sich um die Schallleistung der Quelle, im zweiten um den Schalldruckpegel am Messort. Ohne die Angabe, um welche Größe es sich handelt und in welcher Entfernung gemessen wurde, ist die Zahl in Dezibel an sich nicht eindeutig.

dB(A): Warum wird Lärm gewichtet?

Hier ist ein Aspekt, der in gewöhnlichen Artikeln oft übersehen wird, obwohl er bei der Lärmmessung von entscheidender Bedeutung ist.

Das menschliche Ohr nimmt nicht alle Frequenzen gleich wahr. Es ist am empfindlichsten für mittlere Frequenzen, in denen Sprache liegt, und deutlich weniger empfindlich für sehr tiefe und sehr hohe Frequenzen. Würden wir die „rohen“ Dezibel messen, würde der Wert nicht dem entsprechen, wie laut wir den Schall tatsächlich wahrnehmen.

Deshalb wird der Lärm mit der sogenannten A-Bewertung gemessen und das Ergebnis in dB(A) angegeben. Die Bewertung berücksichtigt die Empfindlichkeit des Ohrs und dämpft jene Frequenzen, die wir ohnehin schwächer wahrnehmen. Wenn Sie also einen Lärmwert sehen, handelt es sich in der Regel um dB(A) und nicht um unkorrigierte Dezibel. Die meisten Grenzwerte und Normen für Lärm sind genau in dB(A) festgelegt.

Bei Lärm wird zudem nicht nur der Momentanwert berücksichtigt, sondern auch der Durchschnittswert über einen bestimmten Zeitraum (der äquivalente Schallpegel, bezeichnet als LAeq) und manchmal auch Spitzenwerte. Ein kurzes Knallen und ein ebenso lautes, anhaltendes Brummen wirken sich unterschiedlich auf den Menschen aus und werden daher unterschiedlich bewertet.

Mit dem Handy oder fachgerecht?

Die App auf dem Handy vermittelt Ihnen einen groben Eindruck. Um festzustellen, ob es in Ihrem Wohnzimmer „leise“ oder „ziemlich laut“ ist, reicht das aus. Die Genauigkeit ist jedoch durch die Qualität des Handymikrofons begrenzt; es fehlt an einer Kalibrierung und meist auch an einer korrekten Gewichtung und zeitlichen Mittelwertbildung. Zur Orientierung ja, für alles Ernsthaftere nein.

Fachgerechte Messungen werden mit einem kalibrierten Schallpegelmesser oder gegebenenfalls einem Lärmdosimeter durchgeführt, das die Lärmbelastung über einen längeren Zeitraum erfasst. Der Unterschied liegt nicht nur in der Genauigkeit des Geräts, sondern auch in der Methodik: wo und wie lange gemessen wird, welche Größen ausgewertet werden und mit welchen Grenzwerten sie verglichen werden.

Und noch etwas Entscheidendes: Wenn die Messung rechtliche Gültigkeit haben soll – also wenn Sie sie bei einem Nachbarschaftsstreit, einer Beschwerde bei einer Behörde, einer Bauabnahme oder einer Reklamation beim Bauträger verwenden möchten –, muss sie von einer akkreditierten Stelle nach dem vorgeschriebenen Verfahren durchgeführt werden. Eine Schätzung per Handy reicht bei den Behörden nicht aus. Genau das ist der häufigste Grund, warum Menschen eine fachgerechte Messung in Auftrag geben, anstatt selbst zu messen.

Wann lohnt sich eine Messung?

  • Nachbarschaftsstreit oder Betriebslärm, wenn Sie einen Nachweis benötigen, dass der Lärm die Grenzwerte überschreitet.
  • Vor der Schalldämmung, damit Sie wissen, um wie viele Dezibel und in welchem Frequenzbereich Sie den Schallpegel senken müssen. Das entscheidet darüber, welche Lösung Sie wählen sollten, und spart Geld für unnötige Maßnahmen.
  • Lärm am Arbeitsplatz, bei dem dem Arbeitgeber durch die Überschreitung der Grenzwerte gesetzliche Verpflichtungen entstehen.
  • Abnahme und Überprüfung, ob das Bauwerk die geforderten Werte erfüllt.

Zusammenfassung

    1. Lärm wird in Dezibel gemessen, und die Skala ist logarithmisch. Ein Anstieg um 10 dB entspricht in etwa einer Verdopplung der Lautstärke.
    2. Lautstärke, Intensität und Schallleistung sind nicht dasselbe. Ohne Angabe der Entfernung ist ein Wert in dB nicht eindeutig.
    3. Lärm wird in Abhängigkeit von der Empfindlichkeit des Ohrs gemessen und daher in dB(A) angegeben.
    4. Das Handy gibt eine ungefähre Orientierung. Ein kalibrierter Schallpegelmesser liefert genaue und vergleichbare Werte.
    5. Für rechtliche Zwecke muss die Messung von einer akkreditierten Stelle durchgeführt werden.

Wir bieten akkreditierte Lärmmessungen in ganz Slowakei an, von Nachbarschafts- und Betriebsstreitigkeiten über Messungen vor Schallschutzmaßnahmen bis hin zum Arbeitsumfeld. Wenn Sie wissen möchten, welcher Lärm Sie stört und was Sie dagegen tun können, wenden Sie sich an uns – wir beraten Sie gerne, welche Messung für Ihre Situation die richtige ist.

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