28. 02. 2021 - Alles

Welche Geräusche können zu Hörverlust führen

Unser Gehör kann durch einen einmaligen, extrem lauten Ton geschädigt werden, beispielsweise durch das Knallen eines Feuerwerkskörpers direkt am Ohr, oder durch eine allmähliche, wiederholte Lärmbelastung. Wir haben eine Übersicht über gängige Geräusche, ihre ungefähren Lautstärken und die Zeitdauer erstellt, nach der das Gehör dadurch geschädigt werden kann. Gleich nach der Tabelle erklären wir jedoch, wie diese Zahlen richtig zu verstehen sind, da sie ohne Kontext unnötig beängstigend wirken.

Übersicht über Lärmpegel und sichere Zeiten

Die folgenden Werte basieren auf den Empfehlungen des amerikanischen Instituts NIOSH. Der Referenzwert liegt bei 85 dB über 8 Stunden, und mit jedem Anstieg um 3 dB halbiert sich die sichere Expositionszeit.

LärmquelleUngefährer WasserstandSichere Zeit ohne Schutz
Ein lautes Restaurant, ein Rasenmäher, lautere Spielzeuge85 dBetwa 8 Stunden
Motorrad95 dBetwa 45 Minuten
Kino, Sportveranstaltung, Hupgeräusch aus nächster Nähe100 dBetwa 15 Minuten
Nachtclub, Konzert, laute Musik über Kopfhörer105 dBetwa 5 Minuten
Das Heulen oder Bellen eines Hundes direkt ins Ohr110 dBweniger als 2 Minuten
Eine Sirene aus unmittelbarer Nähe120 dBfast sofort
Knallkörper, Feuerwerk, Schuss140 dBsofortige Beschädigung

Wie sind diese Zahlen richtig zu verstehen?

Die Tabelle sieht beängstigend aus, ist aber ohne Kontext irreführend. Daher drei wichtige Punkte:

Es handelt sich um strenge, sichere Grenzwerte für die tägliche Belastung. Die Werte basieren auf den Vorschriften für den Arbeitsbereich, d. h. auf der Annahme, dass Sie dem Lärm Tag für Tag, über Jahre hinweg und während Ihres gesamten Arbeitslebens ausgesetzt sind. Sie sind mit einer Sicherheitsmarge festgelegt, um auch die empfindlichsten Personen zu schützen. Ein einmaliges Erlebnis ist nicht dasselbe wie die gleiche Dosis jeden Tag.

Alltägliche Situationen sind kein Grund zur Panik. Ein zweistündiger Kinobesuch oder das gelegentliche Rasenmähen schaden Ihrem Gehör nicht. Das Risiko steigt vor allem bei regelmäßiger und langfristiger Einwirkung ohne Schutz, nicht durch einen einzelnen Kinobesuch.

Auch die Entfernung spielt eine Rolle. Der Schallpegel nimmt mit zunehmender Entfernung von der Schallquelle stark ab. Direkt vor den Lautsprechern bei einem Konzert kann er über 100 dB betragen, einige Dutzend Meter weiter entfernt ist er deutlich geringer. Daher kann man das gesamte Konzert ohne Folgen genießen, solange man nicht direkt vor den Lautsprechern steht und den Ohren anschließend Ruhe gönnt. Wer an der Absperrung unterhalb der Bühne steht, ist ganz anders betroffen als jemand, der weiter hinten steht.

Mit anderen Worten: Es geht nicht nur darum, wie laut ein Geräusch ist, sondern um die Kombination aus Lautstärke, Zeit und Entfernung sowie darum, wie oft es sich wiederholt.

Woran erkennt man, dass es zu viel war?

Der beste persönliche Anhaltspunkt ist nicht eine Tabelle, sondern Ihre Ohren. Wenn Sie nach einem lauten Erlebnis eines der folgenden Symptome verspüren, haben Sie Ihre Grenze überschritten:

  • Pfeifen oder Klingeln in den Ohren (Tinnitus),
  • das Gefühl, dass die Ohren „verstopft“ sind oder das Gehör gedämpft ist,
  • die Notwendigkeit, die Lautstärke gegenüber dem zuvor ausreichenden Niveau zu erhöhen.

Diese Symptome klingen nach einer einmaligen Belastung meist wieder ab, sind jedoch ein Warnsignal. Wenn sie häufig auftreten, summieren sich die Schäden, und ein Teil des Hörvermögens geht möglicherweise unwiederbringlich verloren, da sich die Sinneszellen im Innenohr nicht regenerieren.

Wie man sein Gehör schützt

  • Ohrstöpsel für laute Veranstaltungen. Für Konzerte eignen sich am besten gefilterte Ohrstöpsel, die die Lautstärke gleichmäßig dämpfen und die Klangqualität erhalten. Auch Schaumstoff-Ohrstöpsel sind geeignet.
  • Abstand und Pausen. Stellen Sie sich nicht direkt neben die Lautsprecher und gönnen Sie sich zwischen lauten Passagen einen Moment in einer ruhigeren Umgebung.
  • Die 60/60-Regel für Kopfhörer. Bis zu 60 % Lautstärke und eine Pause nach etwa 60 Minuten.
  • Ruhe zur Erholung. Gönnen Sie Ihren Ohren nach einem lauten Tag etwas Ruhe, damit sie sich erholen können.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ist es ratsam, die langfristige Lärmbelastung der Umgebung unter etwa 70 dB (24-Stunden-Durchschnitt) zu halten, um lärmbedingte Hörschäden zu vermeiden.

Zusammenfassung

  1. Das Gehör wird durch einen einmaligen, extrem lauten Ton oder durch wiederholte, langfristige Belastung geschädigt.
  2. Die angegebenen Zeiten sind strenge Grenzwerte für die tägliche Exposition, nicht für ein einzelnes Erlebnis.
  3. Entscheidend ist die Kombination aus Lautstärke, Zeit und Entfernung zur Schallquelle.
  4. Das gesamte Konzert lässt sich ohne Folgen anhören, solange man nicht direkt vor den Lautsprechern steht und den Ohren etwas Ruhe gönnt.
  5. Ein Pfeifen in den Ohren ist ein Warnsignal. Wenn es wiederholt auftritt, sollten Sie Vorsichtsmaßnahmen treffen und einen Arzt konsultieren.
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