14. 10. 2022 - Alles

Warum sollte man ein Kinderzimmer schalldämmen?

Kinder und Lärm gehören einfach zusammen, und das ist in Ordnung. Bei der Schalldämmung eines Kinderzimmers geht es nicht darum, dass das Kind still ist, sondern darum, dass der Lärm dort nicht stört, wo er störend wirkt: damit das Kind gut schlafen und sich konzentrieren kann und damit sein Spiel die Beziehungen zu den Nachbarn nicht beeinträchtigt.

Das Kinderzimmer hat nämlich zwei Bereiche, die jeweils anders gestaltet sind.

Zwei Richtungen, zwei unterschiedliche Lösungen

Lärm von draußen stört das Kind. Der Straßenverkehr, die Nachbarn, der Fernseher aus dem Wohnzimmer. Er stört den Schlaf, den Kinder mehr brauchen als Erwachsene, und erschwert es Schulkindern, sich beim Lernen zu konzentrieren.

Der Lärm eines Kindes stört die Nachbarn. Herumrennen, Herumspringen, lautes Spielen und Weinen. Das geht zu den Nachbarn unter euch und neben euch und ist oft die Ursache für angespannte Nachbarschaftsbeziehungen.

Beim ersten Schwerpunkt geht es vor allem um Fenster und Türen, beim zweiten hauptsächlich um den Boden. Schauen wir uns beide an.

Damit der Lärm das Kind nicht stört

Schlaf. Kinder schlafen mehr, und guter Schlaf ist für ihre Entwicklung wichtiger als für Erwachsene. Lärm, der sie immer wieder weckt – auch wenn sie sich morgens nicht daran erinnern –, beeinträchtigt die Schlafqualität. Wenn das Zimmer zu einer belebten Straße hin liegt, ist in der Regel das Fenster die schwächste Stelle, nicht die Wände. Ein hochwertiges Schallschutzfenster und seine Dichtung bewirken einen größeren Unterschied als alles, was an den Wänden angebracht wird.

Konzentration. Bei Schulkindern erschwert Hintergrundlärm das Lesen, Lernen und die Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit. Ein ruhigerer Raum zum Lernen ist eine konkrete und messbare Hilfe, kein Luxus.

Lärm aus der eigenen Wohnung. Wenn das Zimmer an das Wohnzimmer grenzt, in dem abends der Fernseher läuft, helfen eine Schalldämmung der Trennwand und vor allem gute Türen. Herkömmliche Innentüren lassen den Schall so stark durch, dass man die Worte dahinter verstehen kann.

Damit der Lärm des Kindes die Nachbarn nicht stört

Hier gibt es einen entscheidenden Punkt, der am häufigsten vergessen wird: Laufen, Springen und Stampfen sind Trittschall, und dieser gelangt vor allem zum Nachbarn unter euch, nicht durch die Wände hindurch.

Trittgeräusche lassen sich weder an den Wänden noch mit Dämmplatten dämpfen. Sie werden auf dem Boden gedämpft:

  • Trittschalldämmung unter dem Fußboden. Die wirksamste Lösung. Ein Streifen mit geeigneter dynamischer Steifigkeit unter dem schwimmenden Fußboden oder unter der Trittschicht fängt die Aufprallenergie ab, bevor sie in die Decke des Nachbarn gelangt. Ideal lässt sich dies bei einer Fußbodensanierung umsetzen.
  • Teppich und Spielteppich. Sie dämpfen höhere Frequenzen, also Stampfen und herabfallende Spielzeuge. Die niederfrequenten Anteile des Springens und Stampfen werden dadurch jedoch nicht gedämpft. Es handelt sich um eine Dämpfung, nicht um einen Ersatz für die Trittschalldämmung.
  • Filzgleiter für Möbel, damit das Verschieben von Stühlen und Regalen keine Schwingungen in der Konstruktion hervorruft.

Laute Geräusche und Weinen, also Luftschall, werden bei Bedarf durch eine Schalldämmung der Trennwand zur Nachbarwohnung behoben. Am häufigsten lassen sich jedoch Beschwerden über Trittschall von unten durch den Fußboden beheben.

Seien wir ehrlich: Was man nicht dramatisieren sollte

Damit der Artikel eine klare Linie verfolgt. Normale Kinderlärm verursacht bei den Nachbarn keine schweren Erkrankungen, und Schallschutzmaßnahmen sollten nicht mit der Angst vor einem Herzinfarkt verkauft werden. Der eigentliche Grund ist einfacher und völlig ausreichend: gute nachbarschaftliche Beziehungen und Ruhe im Haus. Ein Nachbar, der nicht jeden Sprung hört, beschwert sich nicht, und das ist an sich schon viel wert.

Auch bei Kindern geht es nicht um dramatische Beeinträchtigungen, sondern um Schlaf und Konzentration. Das sind ganz konkrete, alltägliche Dinge, die durch eine ruhige Umgebung verbessert werden.

Bonus: Die Akustik des Raums selbst

Neben der Schalldämmung lohnt es sich auch, darüber nachzudenken, wie sich der Raum akustisch anhört. Ein leerer Raum mit harten Oberflächen hat einen langen Nachhall und wirkt lauter, als er tatsächlich ist. Weiche Einrichtungsgegenstände, Teppiche, Vorhänge und eventuell ein paar akustische Elemente machen den Raum akustisch angenehmer. Das ist zwar keine Dämmung, aber ein Komfort, den sowohl Kinder als auch Eltern zu schätzen wissen.

Zusammenfassung

  1. Das Kinderzimmer muss zwei Aspekte berücksichtigen: Lärm von draußen stört das Kind, Lärm des Kindes stört die Umgebung.
  2. Was den Lärm von außen angeht, ist das Fenster die schwächste Stelle, nicht die Wände.
  3. Treten und Hüpfen verursachen Trittschall. Dieser wird durch den Bodenbelag gedämpft, nicht durch die Paneele.
  4. Ein Teppich dient der Dämpfung, ist jedoch kein Ersatz für eine Trittschalldämmung.
  5. Man muss nicht mit Krankheiten Angst machen. Der eigentliche Grund ist der Schlaf des Kindes und der Frieden mit den Nachbarn.

Wenn Sie ein Kinderzimmer einrichten möchten, melden Sie sich bei uns. Wir beraten Sie, ob Ihr Problem in Lärm von außen oder Lärm in Richtung der Nachbarn besteht, und schlagen Ihnen Lösungen vor – von der Trittschalldämmung bis hin zur Schalldämmung von Wänden und Fenstern.

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