Wenn Sie nach dem Blasen in die Hundepfeife nichts hören, bringen Sie sie nicht sofort zurück. Das ist völlig in Ordnung. Hundepfeifen sind so konzipiert, dass ihr Ton für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar ist, der Hund ihn jedoch problemlos hört. Wie ist das möglich?
Hunde hören höhere Töne als wir
Die Tonhöhe hängt mit der Schallfrequenz zusammen, die in Hertz (Hz) oder in Tausend Hertz, also Kilohertz (kHz), gemessen wird. Je höher die Frequenz, desto höher und schriller ist der Ton.
Das menschliche Gehör reicht unter idealen Bedingungen bis etwa 20.000 Hz (20 kHz), insbesondere bei kleinen Kindern. Bei einem durchschnittlichen Erwachsenen liegt die Obergrenze niedriger, bei etwa 15.000 bis 17.000 Hz, und sinkt mit zunehmendem Alter weiter. Genau deshalb sind hohe Töne das Erste, was wir nach und nach an Hörvermögen einbüßen.
Bei Hunden ist das ganz anders. Sie können Töne bis zu etwa 45.000 Hz (45 kHz) hören, also weit über der Grenze des menschlichen Gehörs. Und nicht nur das: Er kann auch leisere Geräusche wahrnehmen als wir. Eine Hundepfeife arbeitet genau in diesem Frequenzbereich: Sie erzeugt einen Ton, der so hoch ist, dass er für uns unhörbar ist, für den Hund jedoch klar und deutlich wahrnehmbar ist.
So funktioniert die Pfeife
Der Aufbau einer Pfeife ist einfach. Wenn man hineinbläst, entweicht die Luft durch eine kleine Öffnung und versetzt diese in Schwingung, wodurch ein Ton entsteht. Dabei gilt: Je kürzer das Rohr, desto höher der Ton, weshalb Pfeifen für Hunde so kurz sind. Ihre Größe ist genau darauf abgestimmt, einen sehr hohen, für den Hund hörbaren Ton zu erzeugen.
Manche Pfeifen sind in der Länge verstellbar, sodass Sie die Tonfrequenz genau auf die Frequenz abstimmen können, auf die Ihr Hund am besten reagiert.
Warum sich die Trillerpfeife im Training bewährt hat
Die Pfeife ist aus einem praktischen Grund ein beliebtes Trainingsmittel: Sie klingt immer gleich, egal wer in sie bläst. Ein gesprochener Befehl wird von jedem Familienmitglied etwas anders ausgesprochen, mit unterschiedlichem Tonfall und unterschiedlicher Stimmung, während die Pfeife jedes Mal das gleiche Signal abgibt. Für den Hund ist dies eine klare und eindeutige Information, egal wer sie gibt.
Das macht die Pfeife zu einem zuverlässigen Hilfsmittel, beispielsweise beim Herbeirufen aus der Ferne, wo die Stimme möglicherweise nicht gut zu hören ist oder jedes Mal anders klingen würde.
Achten Sie auf die Windstärke
Nur weil Sie den Ton nicht hören, heißt das nicht, dass er für den Hund leise ist. Ganz im Gegenteil. Für das Gehör eines Hundes ist das ein sehr intensiver Ton, und wenn Sie zu stark pusten oder den Hund direkt neben sich haben, kann ihm das unangenehm sein – ähnlich wie uns laute Musik direkt neben dem Lautsprecher.
Daher gilt:
- Blasen Sie nur so stark, wie nötig ist, um die Aufmerksamkeit des Hundes zu erregen, nicht mehr.
- Beobachten Sie die Reaktion des Hundes. Wenn er zurückweicht, die Ohren anlegt oder nervös wirkt, ist es zu stark.
- Zu lautes Pfeifen ist auch beim Training kontraproduktiv, da der Hund dadurch eine negative Assoziation mit der Pfeife entwickelt. Außerdem kann es die Aufmerksamkeit anderer Hunde in der Umgebung auf sich ziehen.
Bei richtiger Anwendung ist die Hundepfeife ein nützliches Hilfsmittel, auch wenn man ihren Ton selbst nie hört.