Schalten Sie für einen Moment alles aus und lauschen Sie. Das Summen des Kühlschranks, die Waschmaschine im Nebenzimmer, die Dunstabzugshaube in der Küche. Der Haushalt ist voller Geräusche, die wir meist gar nicht wahrnehmen, die aber zusammen ein Geräuschhintergrund bilden, der beeinflusst, wie wir uns zu Hause fühlen. Schauen wir uns einmal an, wie laut Haushaltsgeräte tatsächlich sind und was man dagegen tun kann.
Die Nummer auf dem Etikett bedeutet nicht das, was Sie denken
Das sollten Sie wissen, bevor Sie die Zahlen vergleichen. Die Angabe zum Geräuschpegel auf dem Energieeffizienzlabel eines Geräts ist in der Regel die akustische Leistung (LWA), also die Gesamtmenge an Schall, die das Gerät abgibt. Es handelt sich dabei nicht um den Geräuschpegel, den Sie selbst hören.
Der Lärmpegel, den Sie tatsächlich wahrnehmen, ist niedriger und nimmt mit zunehmender Entfernung ab. Eine Waschmaschine mit einer angegebenen Schallleistung von etwa 70 dB bedeutet nicht, dass Sie dort 70 dB messen werden; während des Waschvorgangs werden Sie den Lärm aus einer Entfernung von einigen Metern deutlich leiser wahrnehmen. Vergleichen Sie daher beim Vergleich von Geräten denselben Wert und nicht den Wert auf dem Typenschild mit dem, was Ihr Handy an der Wand anzeigt.
Das ist auch der Grund, warum wir in diesem Artikel keine genaue Tabelle mit der Angabe „Gerät entspricht X Dezibel“ aufgenommen haben. Ohne Angabe der Entfernung und der Art der Messgröße ist eine solche Zahl irreführend, und im Internet kursieren Listen, die sich gegenseitig widersprechen.
Als Anhaltspunkt: Was ist leise und was ist laut?
Anstelle genauer Zahlen ist es hilfreicher, sich ein Bild von der Reihenfolge zu machen. Von den leisesten bis zu den lautesten sieht das im Haushalt in etwa so aus:
- Leise Geräusche im Hintergrund: Kühlschrank, Computer, Warmluftheizung. Meistens leise, aber anhaltende Geräusche.
- Hörbar, aber erträglich: Geschirrspüler, Mikrowelle, Wäschetrockner, Abluftventilator im Badezimmer.
- Deutlich hörbar: die Waschmaschine beim Schleudern, die Dunstabzugshaube bei höherer Leistung.
- Laut, aber kurz: Staubsauger, Föhn, Küchenmaschine, Mixer, Kaffeemühle.
Beachten Sie die Logik, die für die Gesundheit entscheidend ist: Die lautesten Geräte nutzen wir am kürzesten. Und das bringt uns zum Wichtigsten.
Entscheidend ist die Dosis, nicht die Spitzenkonzentration
Was Lärm und Gesundheit betrifft, kommt es nicht auf den Höchstwert an, sondern auf die Dosis, also die Lautstärke multipliziert mit der Zeit. Daher:
- Ein Föhn oder ein Mixer können kurzzeitig ziemlich laut sein, aber man benutzt sie nur für ein paar Minuten, sodass sie für das Gehör kein echtes Risiko darstellen.
- Ein leiser Kühlschrank ist zwar wesentlich leiser, läuft aber ununterbrochen, und genau deshalb kann er den Schlaf oder die Konzentration stören, wenn er im Schlafzimmer oder in einem ruhigen Arbeitszimmer steht.
Mit anderen Worten: Ein kurzes, lautes Geräusch lenkt Sie meist nur ab, während ein anhaltendes, leiseres Geräusch Sie auf Dauer ermüden kann. Gängige Haushaltsgeräte erreichen dabei keine Pegel, die bei normalem Gebrauch das Gehör schädigen würden. Ihr Problem ist nicht die Schädigung des Gehörs, sondern die Beeinträchtigung von Schlaf, Wohlbefinden und Konzentration.
Was kann man gegen den Lärm von Haushaltsgeräten tun?
Die gute Nachricht ist, dass man auch ohne große Eingriffe viel erreichen kann.
Achten Sie beim Kauf auf den Geräuschpegel in Dezibel. Die Hersteller geben heute die Geräuscharmut an und betrachten sie als Wettbewerbsvorteil. Der Unterschied zwischen einer leisen und einer lauten Waschmaschine ist in einem Mehrfamilienhaus deutlich zu hören, insbesondere beim Schleudern.
Aufstellung und Unterbau. Waschmaschine und Trockner übertragen Vibrationen auf den Boden und die Wände. Eine ebene, feste Unterlage und vibrationsdämpfende Füße reduzieren die Übertragung von Schwingungen auf die Bausubstanz spürbar – dies ist der Teil des Lärms, der am meisten stört, insbesondere die Nachbarn.
Zeitplanung. Lassen Sie lautere Haushaltsgeräte außerhalb der Schlaf- und Ruhezeiten laufen. Das klingt banal, löst aber die meisten Beschwerden im Haushalt und unter Nachbarn.
Trennung von ruhigen und lauten Räumen. Wenn möglich, sollten Sie technische Geräte nicht an der Wand aufstellen, die an das Schlafzimmer angrenzt. Eine Waschmaschine hinter der Bettwand ist eine unnötige Störquelle.
Raumakustik. In einer Küche oder einem Hauswirtschaftsraum mit harten Oberflächen hallt der Lärm der Geräte wider und wirkt dadurch lauter. Schallabsorbierende Elemente, die den Nachhall verkürzen, mildern den Gesamteindruck des Lärms, auch wenn sie das Gerät selbst nicht leiser machen.
Schalldämmung von Steigleitungen und Rohrleitungen. Ein Teil des „Haushaltslärms“ stammt gar nicht von Ihren Geräten, sondern von den Rohrleitungen und Steigleitungen der Nachbarn. Wenn Sie Wassergeräusche und Spülgeräusche hören, lässt sich das durch eine Schalldämmung der Rohrleitungen beheben – nicht durch den Austausch Ihrer eigenen Waschmaschine.
Zusammenfassung
- Die Zahl auf dem Etikett gibt in der Regel die Schallleistung an, nicht das, was Sie tatsächlich hören.
- Herkömmliche Haushaltsgeräte schaden dem Gehör nicht. Das Problem sind der Schlaf, das Wohlbefinden und die Konzentrationsfähigkeit.
- Auf die Dauer kommt es an: Ein kurzes, lautes Föhnen stört, ein ständig laufender, leiser Kühlschrank ermüdet.
- Die Wahl eines leisen Geräts, die Unterlage, der richtige Zeitpunkt und die Raumaufteilung sind dabei hilfreich.
- Ein Teil des Lärms stammt meist von den Treppen der Nachbarn, nicht von Ihren Haushaltsgeräten.
Wenn Sie zu Hause unter Lärm leiden – sei es durch Ihre eigenen Geräte, aus dem Treppenhaus oder von den Nachbarn –, beraten wir Sie gerne, woher der Lärm kommt und was wirklich dagegen hilft.