Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie morgens vom schrillen Piepen des Weckers aus dem Schlaf gerissen werden und sich noch eine Stunde lang erschöpft und gereizt fühlen? Eine australische Studie deutet darauf hin, dass dies auch am Klang des Weckers selbst liegen könnte und dass die Wahl einer melodischen Melodie anstelle des Piepen Ihnen helfen kann, sich morgens frischer zu fühlen.
Was die Studie ergab
Forscher der australischen RMIT-Universität in Melbourne untersuchten im Jahr 2020, inwiefern der Weckton mit morgendlicher Schläfrigkeit zusammenhängt. Sie befragten 50 Personen im Alter von 18 bis 60 Jahren zu ihren Schlafgewohnheiten und zu den Geräuschen, durch die sie aufwachen.
Die meisten Teilnehmer nutzten ihr Handy als Wecker und hatten verschiedene Töne zum Aufwachen eingestellt, von voreingestellten Tönen über Musikstücke bis hin zu Naturgeräuschen. Die Forscher verglichen dann „unmelodische“ Wecker, also solche, die nur piepen, mit „melodischen“, wie beispielsweise Popsongs.
Ergebnis: Personen, die von einem melodischen Lied geweckt wurden, gaben an, morgens weniger verschlafen zu sein als diejenigen, die von einem gewöhnlichen Piepton geweckt wurden. Es schien, als würde der schrille Piepton die Verschlafenheit eher verlängern.
Warum sollte eine Melodie helfen?
Der Fachbegriff für dieses benommene, träge Gefühl nach dem Aufwachen lautet Schlafträgheit. Es handelt sich dabei um einen Übergangszustand zwischen Schlaf und Wachsein, in dem die Aufmerksamkeit eingeschränkt ist und man sich gereizt und träge fühlt. Bei manchen dauert dieser Zustand nur wenige Minuten, bei anderen auch länger.
Forscher gehen davon aus, dass eine Melodie mit ansteigenden und abfallenden Tönen dem Gehirn hilft, fließender aus dem Tiefschlaf in den Wachzustand überzugehen als ein eintöniges, schrilles Piepen. Die melodische Struktur „startet“ das Nervensystem sanfter an, während das Piepen eher wie ein Schock wirkt, der den Körper zwar aus dem Schlaf reißt, ihn aber nicht vollständig weckt.
Interessanterweise nannten die Autoren der Studie als Beispiele für geeignete „belebende“ Melodien auch konkrete Lieder, wie zum Beispiel Good Vibrations von den Beach Boys oder Close to Me von The Cure. Entscheidend ist jedoch nicht das konkrete Lied, sondern dass es sich um einen melodischen Klang nach eigenem Geschmack handelt und nicht um ein schrilles Piepen.
So nutzen Sie diese Funktion
Es sei angemerkt, dass es sich um eine kleinere, auf Fragebögen basierende Studie handelte, die daher einer weiteren Überprüfung bedarf. Dennoch ist dies ein einfacher Tipp, der nichts kostet und den Sie schon morgen ausprobieren können:
- Ersetzen Sie den schrillen Weckton durch eine melodische Melodie oder Ihr Lieblingslied.
- Wähle einen Sound, der einen sanften Einstieg hat, und keinen, der schon in der ersten Sekunde voll loslegt.
- Stellen Sie die Lautstärke so ein, dass sie Sie weckt, ohne Sie jedoch durch einen Schock aus dem Schlaf zu reißen.
Ein schlechter Start in den Tag kann die Stimmung und die Konzentration den ganzen Vormittag über beeinträchtigen. Wenn Sie morgens oft gereizt und erschöpft aufwachen, ist eine Änderung des Wecktons eine Kleinigkeit, die einen Versuch wert ist.