Wir sind ständig von Geräuschen umgeben. Sobald ein Geräusch störend wird oder sogar gesundheitsschädlich ist, sprechen wir von Lärm. Aber wo liegt diese Grenze? Ab welcher Lautstärke wird ein Geräusch gefährlich für unser Gehör? Das wollen wir uns einmal näher ansehen.
Lärm wird in Dezibel gemessen
Um die Lautstärke vergleichen zu können, werden Schallpegel in Dezibel (dB) bzw. in dB(A) angegeben, wobei es sich um einen Wert handelt, der an die Empfindlichkeit des menschlichen Ohrs angepasst ist. Grob lässt sich die Lautstärke auch daran abschätzen, wie gut man sich in einem Raum unterhalten kann:
- Bis zu etwa 70 dB kann man sich mit normaler Stimme unterhalten.
- Bei 90 dB müsst ihr euch schon mit erhobener Stimme verstehen können.
- Bei 100 dB versteht man sich nur mit Mühe und muss laut sprechen.
- Bei Werten über 105 dB ist ein normales Gespräch praktisch unmöglich.
Entscheidend ist die Kombination aus Lautstärke und Zeit
Das ist die wichtigste Erkenntnis, die man aus diesem Artikel mitnehmen sollte. Ob Lärm das Gehör schädigt, hängt nicht nur von der Lautstärke ab, sondern von der Dosis, also von der Lautstärke multipliziert mit der Zeit.
Richtlinien auf der Grundlage internationaler Empfehlungen:
- Bis zu etwa 70 dB ist der Schall aus hörschädigungstechnischer Sicht praktisch uneingeschränkt unbedenklich.
- Ab 85 dB kann es bei längerer und wiederholter Einwirkung ohne Gehörschutz zu Gehörschäden kommen. Der Referenzgrenzwert liegt bei 85 dB über einen Zeitraum von 8 Stunden pro Tag.
- Jede Erhöhung um 3 dB halbiert die sichere Zeit. Bei 88 dB sind es bereits nur noch 4 Stunden, bei 91 dB zwei und so weiter.
Daher stellt eine kurze Einwirkung lauter Geräusche meist kein Problem dar, stundenlanges Aufhalten in lauter Umgebung hingegen schon. Und genau deshalb sind Kopfhörer tückisch: Musik bei maximaler Lautstärke liegt direkt im Ohr oft bei etwa 100 bis 110 dB – ein Pegel, bei dem schon eine sehr kurze Einwirkzeit ausreicht.
Um eine Vorstellung davon zu bekommen, um welche Unterschiede es sich handelt: Die Dezibel-Skala ist logarithmisch, sodass 110 dB um das Hundertfache mehr Schallenergie enthält als 85 dB, obwohl der Zahlenwert „nur“ um 25 höher ist.
Es geht nicht nur ums Gehör
Lärm schadet nicht nur dem Gehör. Langfristige Lärmbelastung wirkt sich – auch wenn der Lärm nicht extrem laut ist – als Stressfaktor auf den Körper aus. Laut der Weltgesundheitsorganisation wird chronische Lärmbelastung, insbesondere Schlafstörungen, mit erhöhtem Blutdruck und einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Lärm beeinträchtigt zudem den Schlaf, die Konzentrationsfähigkeit und bei Kindern auch die Lernfähigkeit.
Hier ist es wichtig, das richtige Maß zu wahren: Es geht nicht darum, dass ein einziger lauter Abend bei Ihnen einen Herzinfarkt auslösen würde. Es geht um die langfristige Belastung, die sich summiert, und deshalb ist es sinnvoll, vor allem den dauerhaften Lärm in der Umgebung anzugehen, in der Sie schlafen und arbeiten.
Woran erkennt man, dass es zu viel war?
Der beste Anhaltspunkt ist nicht die Tabelle, sondern Ihr Körper. Wenn Sie nach einem lauten Erlebnis eines der folgenden Symptome verspüren, haben Sie Ihre Grenze überschritten:
- Pfeifen oder Klingeln in den Ohren (Tinnitus),
- das Gefühl, dass die Ohren verstopft sind oder das Gehör gedämpft ist,
- die Notwendigkeit, die Lautstärke gegenüber dem zuvor ausreichenden Niveau zu erhöhen.
Diese Symptome klingen nach einer einmaligen Belastung meist wieder ab, sind jedoch ein Warnsignal. Wenn sie sich wiederholen, summieren sich die Schäden, und da sich die Sinneszellen im Innenohr nicht regenerieren, geht ein Teil des Hörvermögens möglicherweise unwiederbringlich verloren.
Was soll man damit machen?
Wenn der Lärm durch das Musikhören entsteht, hilft es, die Lautstärke zu verringern und Pausen einzulegen (bei Kopfhörern gilt die 60/60-Regel) oder gegebenenfalls bei lauten Veranstaltungen Gehörschutz zu tragen.
Wenn Sie jedoch langfristig unter Lärm in Ihrer Wohn- oder Arbeitsumgebung leiden – sei es durch den Verkehr, Nachbarn oder Betriebsgeräusche –, besteht die Lösung darin, den Lärm an der Quelle zu reduzieren oder den Raum schallisolieren zu lassen. Der erste Schritt besteht darin, herauszufinden, welcher Lärm Sie eigentlich stört – idealerweise durch eine Messung.
Zusammenfassung
- Der Lärm wird in dB(A) gemessen, angepasst an die Empfindlichkeit des Ohrs.
- Entscheidend ist die Gesamtdosis: Lautstärke mal Zeit, nicht nur die Lautstärke allein.
- Ab 85 dB besteht bei längerer Einwirkung die Gefahr von Hörschäden; mit jedem Anstieg um +3 dB halbiert sich die sichere Einwirkzeit.
- Langfristiger Lärm belastet auch das Herz und den Schlaf, aber es geht hier nicht um einen einzelnen Abend.
- Ein Pfeifen in den Ohren ist ein Warnsignal. Ein Hörschaden ist irreversibel.
Wenn Sie sich über Lärm in einer Umgebung ärgern, in der Sie viel Zeit verbringen, melden Sie sich bei uns. Wir messen den Lärm, finden heraus, woher er kommt, und schlagen Ihnen eine Lösung vor, die Ihnen Ihre Ruhe zurückgibt.