Das Arbeiten von zu Hause aus hat viele Vorteile, spart Zeit und bietet Komfort. Wenn Sie jedoch zu Hause unter Umgebungslärm leiden, kann das Homeoffice zur Qual werden und es fällt schwer, sich zu konzentrieren. Wir haben sieben praktische Tipps für Sie, wie Sie die Schalldämmung Ihres Heimbüros verbessern können.
Bevor wir damit beginnen, noch eine wichtige Anmerkung: Schall breitet sich sowohl durch die Luft als auch durch die Bausubstanz aus, und keine Maßnahme kann ihn vollständig beseitigen. Das Ziel ist es, den Lärm deutlich zu reduzieren, damit er Sie bei der Arbeit nicht stört. Einige dieser Tipps erfordern größere Eingriffe, andere sind kleine Reparaturen, die Sie selbst durchführen können.
1. Hochwertige Türen
Innentüren sind in der Regel günstig und haben einen hohlen Kern, durch den Schall leicht dringt. Sie sind oft die schwächste Stelle im gesamten Raum. Der Austausch gegen Türen mit massivem Kern oder gegen schalldämmende Türen bietet eine deutlich bessere Barriere gegen Lärm von der anderen Seite. Das ist eine Investition, die sich beim Arbeiten von zu Hause aus lohnt.
2. Türabdichtung
Selbst die besten Türen lassen Lärm durch, wenn um sie herum ein Spalt verbleibt. Gerade der Spalt unter der Tür ist oft eine große Schwachstelle. Als schnelle und kostengünstige Lösung kann vorübergehend auch eine weiche Rolle oder ein aufgerolltes Handtuch an der Schwelle dienen; dauerhaftere Abhilfe schaffen Dichtungsstreifen entlang des Türumfangs und eine Schwellenleiste. Die Abdichtung ist eine der Maßnahmen mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.
3. Dichten Sie die Schwachstellen in der Wand ab
Eine gut gebaute Wand dämpft den Schall, aber wenn sie Öffnungen aufweist, findet der Lärm einen Weg hindurch. Die häufigsten Schwachstellen sind Steckdosen, insbesondere wenn sie einander gegenüberliegend in derselben Wand angebracht sind, sowie undichte Durchführungen für Kabel oder Rohrleitungen. Indem Sie diese Lücken mit akustischem Dichtungsmaterial ausfüllen, reduzieren Sie die Schallmenge, die in Ihr Büro gelangt.
4. Nicht Akustikplatten, sondern Schalldämmung hilft
Dies ist das häufigste Missverständnis, weshalb wir ihm mehr Raum widmen. Akustikplatten dienen dazu, den Nachhall zu reduzieren und die Raumakustik zu verbessern, nicht jedoch, den durch die Wände dringenden Lärm zu dämpfen. Ihre Aufgabe ist es, den im Raum reflektierten Schall zu absorbieren. Wenn Sie also ein Problem mit Lärm haben, der aus einem Nebenraum eindringt, helfen Ihnen die Platten nicht weiter.
Der Grund dafür ist einfach: Der Schall aus dem Nachbarraum versetzt die gesamte Wand in Schwingungen, und diese strahlt ihn weiter aus. Eine Akustikplatte bedeckt nur einen Teil der Oberfläche und ist leicht und porös, sodass sie die Schallübertragung durch die Konstruktion praktisch nicht beeinflusst.
Der Unterschied zwischen akustischen und schalldämmenden Lösungen ist grundlegend. Schalldämmung verringert die Schallübertragung zwischen Räumen und beruht auf Masse, der Trennung von Konstruktionen und Dichtheit. Akustische Gestaltung (Paneele) befasst sich ausschließlich damit, wie ein Raum von innen klingt, also mit Nachhall und Echo. Wenn Sie Ihren Nachbarn oder Ihre Familie aus dem Nebenraum hören, benötigen Sie eine Dämmung, keine Paneele.
5. Teppiche und Möbel sind kein Ersatz für eine Schalldämmung
Ähnlich wie Paneele dämmen auch Möbel die Wände nicht schalltechnisch ab. Teppiche, Vorhänge und Polstermöbel können die Raumakustik verbessern und den Nachhall verringern, sodass der Raum angenehmer klingt. Auf die Schallübertragung durch Wände haben sie jedoch keinen Einfluss. Sie tragen also dazu bei, den Schall im Raum zu dämpfen, nicht aber, ihn von der Umgebung zu isolieren. Es handelt sich um Accessoires, nicht um eine Lösung zur Schalldämmung.
6. Kümmern Sie sich um die Fenster
Wenn das Büro zu einer belebten Straße hin liegt, ist das Fenster meist die Hauptlärmquelle, insbesondere wenn es schon älter ist. Bei Straßenlärm ist das Fenster fast immer die Schwachstelle. Abhilfe schafft eine hochwertigere Verglasung, wobei nicht nur die Anzahl der Scheiben, sondern auch deren Zusammensetzung entscheidend ist, sowie ein dichter Rahmen. Wenn das Fenster nicht ausgetauscht werden kann, hilft zumindest eine Neuausrichtung und der Austausch der Dichtungen. Denken Sie nach dem Abdichten des Fensters an die Belüftung, sonst öffnen Sie es und der Lärm ist wieder da.
7. Probieren Sie es mit weißem Rauschen
Wenn Sie den Lärm bereits so weit wie möglich reduziert haben und Sie dennoch durch gelegentliche Geräusche gestört werden, kann weißes Rauschen oder ein anderes gleichmäßiges Hintergrundgeräusch Abhilfe schaffen. Er blockiert den Lärm zwar nicht, überdeckt aber plötzliche Störgeräusche, sodass Sie sich nicht mehr darauf konzentrieren. Im Gegensatz zu Musik mit Text lenkt er nicht ab und eignet sich daher für viele Menschen besser bei der Arbeit.
Zusammenfassung
- Die größten Schwachstellen sind in der Regel Türen, Fenster und undichte Stellen. Beginnen Sie mit diesen.
- Das Abdichten von Fugen ist eine kostengünstige Maßnahme mit großer Wirkung.
- Akustikplatten und Möbel bieten keinen Schallschutz gegenüber den Nachbarn, sondern dienen lediglich dazu, den Nachhall im Raum zu reduzieren.
- Was den Straßenlärm angeht, kommt es auf das Fenster an.
- Weißes Rauschen hilft dabei, verbleibende Störgeräusche zu überdecken.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Lösung für Ihr Heimbüro geeignet ist, beraten wir Sie gerne. Wir begutachten gemeinsam mit Ihnen die Räumlichkeiten, ermitteln die Lärmquellen und schlagen Ihnen eine Lösung vor, die Ihnen Ruhe und Privatsphäre beim Arbeiten verschafft.