Silvester ist für viele Hunde die schlimmste Nacht des Jahres. Das Dröhnen, das Menschen als Unterhaltung empfinden, ist für einen Hund eine unverständliche und beängstigende Abfolge von Explosionen. Die Frage, die uns im Dezember gestellt wird, lautet: Kann man sich zu Hause dagegen abschirmen?
Die Antwort lautet ehrlich gesagt sowohl Ja als auch Nein. Eine Schalldämmung kann helfen und die Lautstärke verringern, löst das Problem der Angst jedoch nicht von selbst, und wir können nicht versprechen, dass der Hund die Explosionen nicht wahrnimmt. Wir erklären, warum das so ist und was am besten hilft.
Warum haben Hunde Angst vor Feuerwerk?
Es geht nicht nur um die Lautstärke. Es sind mehrere Faktoren, die dabei eine Rolle spielen:
- Empfindliches Gehör. Hunde hören leisere Geräusche und höhere Frequenzen als Menschen, sodass sie eine Explosion intensiver wahrnehmen.
- Unvorhersehbarkeit. Der Mensch weiß, dass Silvester ist, und rechnet mit Knallgeräuschen. Der Hund hat keinen Bezugsrahmen; die Knallgeräusche treten in zufälligen Abständen auf, und man kann sich nicht daran gewöhnen.
- Erschütterungen und Druck. Und genau hier liegt der Kern des Problems bei der Schalldämmung: Ein Feuerwerk ist nicht nur ein Geräusch, das man hört. Es handelt sich vor allem um tieffrequentes Dröhnen und Druckwellen, die der Hund nicht nur mit den Ohren, sondern auch mit dem Körper wahrnimmt.
Was Schalldämmung leisten kann und was nicht
Das muss man ganz offen sagen, damit Sie von der Lösung nicht das Unmögliche erwarten.
Die Schalldämmung der Wohnung verringert die Lautstärke der von draußen kommenden Geräusche, und für einen empfindlichen Hund kann das den Unterschied zwischen Panik und erträglicher Unruhe ausmachen. Das macht Sinn.
Gleichzeitig gilt jedoch, dass Bässe und tiefe Frequenzen am schlechtesten durch die Konstruktion gedämpft werden. Das bedeutet, dass gerade das Dröhnen, das den Hund am meisten erschreckt, am schwersten zu beseitigen ist. Ein scharfes Knallen von oben lässt sich gut dämpfen, ein tiefes „Bumm“ in der Brust hingegen viel schwerer. Deshalb versprechen wir nicht, dass der Hund die Explosionen überhaupt nicht wahrnimmt. Wir versprechen jedoch, dass sich ihre Intensität verringern lässt.
Die größte Schwachstelle einer Wohnung ist bei Lärm von außen in der Regel das Fenster. Eine hochwertige Schallschutzverglasung und eine gute Abdichtung bewirken mehr als alles andere an den Wänden.
Was am meisten hilft: eine Kombination verschiedener Maßnahmen
Ein ehrlicher Rat: Die Schalldämmung allein ist nur ein Teil des Ganzen und funktioniert am besten in Kombination mit anderen Maßnahmen, von denen die meisten euch nichts kosten.
Ein sicherer Raum ohne Fenster. Wenn Sie in Ihrer Wohnung einen Raum ohne Fenster oder mit einem kleinen Fenster haben (Kleiderschrank, Abstellraum, Badezimmer), ist dies natürlich der ruhigste Ort. Der Hund ist dort ruhiger, und es ist kostengünstiger und effektiver, als das Wohnzimmer schallisolieren zu lassen.
Geräuschüberlagerung (Maskierung). Laufende Musik, Fernsehen oder weißes Rauschen überlagern die schrillen Knallgeräusche von draußen und mindern deren Störwirkung. Das ist zwar keine Isolierung, funktioniert bei vielen Hunden aber überraschend gut.
Rückzugsort. Der Hund versteckt sich oft von selbst unter dem Tisch, in einem Käfig mit einer Decke oder in einer Ecke. Geben Sie ihm diese Möglichkeit und holen Sie ihn nicht von dort heraus. Ein geschlossener Raum vermittelt ihm ein Gefühl der Sicherheit.
Lassen Sie den Hund im Haus und sorgen Sie dafür, dass er nicht wegläuft. Silvester ist die Nacht, in der die meisten Hunde weglaufen. Selbst ein Hund, der sonst niemals wegläuft, springt in seiner Panik über den Zaun. Im Haus und an einem festen Ort ist er in Sicherheit.
Das Verhalten des Besitzers. Beruhigen Sie den Hund nicht unnötig übermäßig, denn dadurch bestätigen Sie ihm, dass tatsächlich etwas Schlimmes vor sich geht. Verhalten Sie sich ruhig und ganz normal.
Wenden Sie sich an Ihren Tierarzt. Bei starker Phobie gibt es auch Druckwesten und in schwereren Fällen Beruhigungsmittel, die der Tierarzt verschreibt. Bei einem wirklich leidenden Hund ist dies angebracht, und eine Schalldämmung kann dies nicht ersetzen.
Zusammenfassung
- Hunde fürchten sich nicht nur vor lauten Geräuschen, sondern auch vor Unvorhersehbarkeit und vor allem vor tieffrequentem Dröhnen.
- Die Schalldämmung verringert die Lautstärke, aber die Bässe dringen trotzdem durch. Rechnen Sie nicht mit völliger Stille.
- Wenn es draußen laut ist, ist das Fenster die schwächste Stelle.
- Am hilfreichsten ist eine Kombination aus: einem ruhigen Raum ohne Fenster, Schalldämmung, einem Versteck und Ruhe.
- Bei einer starken Phobie sollten Sie Ihren Tierarzt konsultieren. Eine Geräuschdämmung ist kein Ersatz dafür.
Wenn Sie Ihrem Hund auch baulich helfen möchten, melden Sie sich bei uns. Wir beraten Sie, welche Bereiche in Ihrer Wohnung sinnvollerweise schallisoliert werden sollten und was Sie realistischerweise davon erwarten können, damit Sie nicht mit unrealistischen Erwartungen investieren.