02. 12. 2022 - Alles

Wo sollen die akustischen Holzlamellen angebracht werden

Akustiklamellen aus Holz erfüllen gleich zwei Aufgaben: Sie sehen gut aus und verbessern gleichzeitig die Raumakustik, indem sie den Nachhall verkürzen. Inwieweit sie diese zweite Aufgabe tatsächlich erfüllen, hängt davon ab, wo Sie sie anbringen.

Bevor wir dazu kommen, wo sie hingehören, muss man sich über eine Sache im Klaren sein, denn genau hier wird das meiste Geld unnötig verschwendet.

Was Lamellen leisten und was nicht

Holzlamellen auf einer Filzunterlage absorbieren den Schall, der im Raum von harten Oberflächen reflektiert wird. Sie verkürzen den Nachhall, sodass der Raum nicht mehr hohl und hallig klingt, die Sprache besser verständlich ist und sich der Raum angenehmer anhört.

Keine bessere Schalldämmung gegenüber den Nachbarn. Das ist der wichtigste Satz des gesamten Artikels. Wenn Sie den Nachbarn durch die Wand oder Schritte von oben hören, können Lamellen an dieser Wand nichts dagegen ausrichten. Die Schallabsorption betrifft den Schall im Raum selbst, nicht den, der durch die Konstruktion dringt. Es handelt sich um zwei unterschiedliche physikalische Phänomene, und Lamellen gehören zum ersten.

Wenn Sie also ein Problem mit Lärm von den Nachbarn haben, brauchen Sie Schalldämmung und keine Lamellen. Wenn Sie sich mit dem Nachhall und der Raumakustik beschäftigen, sind Sie hier genau richtig.

Wo die Lamellen hingehören

Da die Lamellen den reflektierten Schall absorbieren, werden sie dort angebracht, wo der Schall auf harte Oberflächen trifft und zurück in den Raum reflektiert wird.

Punkte der ersten Reflexionen. Am wirksamsten sind jene Stellen, an denen der Schall von der Quelle auf dem kürzesten Weg zum Zuhörer reflektiert wird, also die Seitenwände und die Decke zwischen der Schallquelle und dem Zuhörer. In einem Aufnahmestudio oder Heimkino sind dies die Wände seitlich der Lautsprecher, in einem Konferenzraum die Flächen zwischen dem Redner und den Zuhörern.

Große, kahle Flächen. Eine leere, harte Wand gegenüber einer anderen harten Wand erzeugt einen sogenannten flatternden Hall, d. h. schnelle, wiederholte Reflexionen zwischen zwei parallelen Flächen. Dies lässt sich durch die Bearbeitung einer der beiden Wände beheben, nicht beider. Es reicht aus, eine Fläche zu unterbrechen, damit der Schall keine Rückprallfläche mehr findet.

Decke. Oft der wirksamste und am meisten übersehene Ort. Die Decke ist eine große, ebene Fläche, die parallel zum Boden verläuft, und in Räumen mit Hartboden (was auf die meisten zutrifft) wird der Schall zwischen beiden deutlich reflektiert. Lamellen an der Decke oder eine akustische Deckenverkleidung können einen großen Unterschied machen, insbesondere in Büros und Großraumbüros.

Wo Lamellen nichts zu suchen haben

An die Wand, durch die man den Nachbarn hört. Das ist Schalldämmung, keine Akustik. Lamellen helfen hier nicht weiter.

Gleichmäßig an einer Wand, während der Rest des Raums frei bleibt. Das Ziel besteht nicht darin, eine Fläche auszufüllen, sondern die Schallabsorption so im Raum zu verteilen, dass der Nachhall gleichmäßig verkürzt wird.

Wie viele braucht man?

Als Faustregel gilt, etwa 20 bis 30 % der Gesamtfläche der Wände und der Decke abzudecken, je nach Größe des Raums und dessen aktuellem Zustand. Die genaue Menge lässt sich anhand des Raumvolumens und der angestrebten Nachhallzeit berechnen; hierfür dient ein Akustikrechner.

Vorsicht vor zwei Extremen. Zu wenig schallabsorbierende Fläche löst das Problem nicht. Zu viel macht den Raum „dumpf“ und unangenehm, insbesondere wenn nur ein Teil des Spektrums absorbiert wird und die Bässe unbehandelt bleiben.

Wie man aus den Lamellen mehr Tieftonwiedergabe herausholt

Die direkt an der Wand montierten Lamellen auf einer Filzunterlage absorbieren vor allem mittlere und hohe Frequenzen. Das reicht für ein normales Büro, einen Besprechungsraum oder ein Wohnzimmer völlig aus.

Wenn Sie auch tiefere Frequenzen abdecken müssen, beispielsweise in einem Tonstudio oder einem Heimkino, ist dies möglich. Die Lamellen werden auf einem Gitter oder Profilen mit einem Hohlraum dahinter montiert, und in diesen Hohlraum wird ein schallabsorbierendes Füllmaterial (z. B. ZINO acoustic) eingefüllt. Der Luftspalt und die Füllung hinter der Platte verlagern deren Wirkung in den tieferen Frequenzbereich. Es handelt sich um dasselbe Prinzip wie bei Akustikplatten mit Hohlraum: Je größer der Spalt hinter der Platte, desto tiefere Frequenzen fängt die Platte ab.

Höhe der Aufstellung

Wenn die Lamellen nicht vom Boden bis zur Decke reichen, sondern nur einen Teil der Wand bedecken, werden sie in der Regel auf die Höhe gebracht, auf der sich die Ohren sitzender oder stehender Personen befinden, je nach Nutzung des Raums. In einem Büro, in dem die Menschen sitzen, tiefer; in Räumen, in denen man steht, höher. Reichen sie vom Boden bis zur Decke, muss die Höhe nicht berücksichtigt werden.

Und wenn es nur um das Design geht

Wenn Sie kein akustisches Problem lösen möchten und die Lamellen lediglich als Designelement einsetzen wollen, können Sie sie überall dort anbringen, wo es Ihnen gefällt. Auch dann haben sie noch eine leichte schallabsorbierende Wirkung. Erwarten Sie in diesem Fall jedoch keinen messbaren Unterschied in der Akustik, wenn Sie sie nur auf einer einzigen kleinen Fläche anbringen.

Zusammenfassung

  1. Lamellen verkürzen den Nachhall. Sie verbessern jedoch nicht die Schalldämmung gegenüber den Nachbarn.
  2. Sie gehören zu den Stellen der ersten Reflexionen, zu den großen, freien Flächen und zur Decke.
  3. Das flatternde Echo wird durch die Behandlung einer der beiden parallelen Wände behoben, nicht beider.
  4. In der Regel werden 20 bis 30 % der Fläche abgedeckt; die genaue Menge ergibt sich aus der Berechnung.
  5. Für tiefe Frequenzen montieren Sie die Lamellen auf einem Gitter mit Hohlraum und schallabsorbierender Füllung.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, wo Sie die Lamellen in Ihrem Raum anbringen sollen, beraten wir Sie gerne. Je nach Größe und Nutzung des Raums schlagen wir Ihnen die Anordnung und die erforderliche Anzahl vor und helfen Ihnen gegebenenfalls bei der Berechnung mithilfe unseres Akustikrechners.

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