14. 01. 2022 - Alles

Lärm im Restaurant mindert die Bereitschaft der Gäste, Geld auszugeben

Dass es in einem Restaurant laut ist, betrachten die meisten Besitzer als etwas, das zu einem belebten Lokal dazugehört. Eine in der Fachzeitschrift „The Journal of the Acoustical Society of America“ veröffentlichte Studie hat jedoch gezeigt, dass Lärm einen direkten Einfluss darauf hat, wie lange Gäste bleiben und wie viel Geld sie bei Ihnen ausgeben. Und diese Grenze liegt niedriger, als man erwarten würde.

Was die Studie untersuchte

Ziel der Untersuchung war es, herauszufinden, wie Gäste den Lärm in einem Restaurant wahrnehmen und wie sich dies auf ihre Bereitschaft auswirkt, Zeit dort zu verbringen und Geld auszugeben. Die Teilnehmer sollten in einer Umgebung mit simuliertem Restaurantlärm, der schrittweise von 35 auf 85 dB anstieg, eine Aufgabe erfüllen und gleichzeitig bewerten, wie sie sich dabei fühlten.

Die Ergebnisse sind für die Gastronomiebranche sehr konkret.

Wichtigste Erkenntnis: Grenzwert bei etwa 52 dB

Die Studie ergab einen relativ deutlichen Wendepunkt:

  • Bei etwa 52 dB begann der Lärm der Teilnehmer zu stören.
  • Bei etwa 57 dB begannen sie, lauter zu sprechen, um sich verständlich zu machen.
  • Ab etwa 52 dB nahm die Bereitschaft ab, Zeit in dem Lokal zu verbringen und Geld auszugeben.

Mit anderen Worten: Es gibt eine Grenze, ab der ein Gast die Umgebung unbewusst als unangenehm empfindet, was sich in seinem Verhalten widerspiegelt. Je lauter es ist, desto eher möchte er gehen und desto weniger ist er bereit, Geld auszugeben.

Zur Veranschaulichung: In gewöhnlichen Restaurants liegen die Werte zwischen 60 und 80 dB, also deutlich über diesem Grenzwert. Viele Betriebe arbeiten somit in einem Bereich, in dem der Lärm ihre Umsätze aktiv schmälert, ohne dass die Besitzer davon ahnen.

Warum das funktioniert: Der Lombard-Effekt

Hinter diesem Phänomen steckt der Lombard-Effekt. Wenn in einem Raum Lärm herrscht, sprechen die Menschen unbewusst lauter, damit ihre Tischgenossen sie hören können. Dadurch nimmt der Lärm zu, woraufhin alle mit noch lauterer Stimme reagieren, und es entsteht eine Spirale, in der der Lärm von selbst immer weiter zunimmt.

Das Ergebnis ist jedem bekannt: In einem vollbesetzten Restaurant muss man sich über den Tisch beugen und schreien, um sich verständlich zu machen, und nach einer Stunde ist man erschöpft. Und ein erschöpfter Gast, der sich lautstark Gehör verschaffen muss, ist kein Gast, der noch ein Glas Wein und ein Dessert bestellt.

Erwähnenswert ist auch, dass Lärm neben der Qualität des Essens und des Service zu den häufigsten Beschwerden der Gäste in Restaurants überhaupt gehört. Für ein Lokal, das möchte, dass die Gäste wiederkommen, ist das kein nebensächliches Detail.

Was bedeutet das für Restaurants?

Das Fazit der Studie ist für die Gastronomie praktisch eine Anleitung: Damit sich die Gäste wohlfühlen und Geld ausgeben, sollte der Hintergrundlärmpegel unter etwa 50 bis 55 dB liegen. Dadurch müssen die Gäste sich nicht gegenseitig übertönen, fühlen sich wohler, bleiben länger und geben mehr Geld aus.

Eine gute Akustik ist für ein Restaurant also kein Kostenfaktor, sondern eine Investition, die sich in Form von Umsatz und zufriedenen Gästen auszahlt. Und da die Ursache des Problems in Schallreflexionen und Nachhall liegt, lässt sich das Problem durch das Anbringen von schallabsorbierenden Flächen lösen:

  • Akustikdecken und Deckenelemente sind in der Regel am wirksamsten, da die Decke meist die größte freie Fläche darstellt.
  • Akustikpaneele für die Wand, heute in zahlreichen Designs erhältlich, die sich harmonisch in die Inneneinrichtung einfügen.
  • Hängende Elemente und weichere Einrichtungsgegenstände, gepolsterte Sitzgelegenheiten und Textilien, soweit es das Konzept zulässt.

Das Ziel ist es nicht, das Restaurant völlig still zu machen, sondern den Nachhall so zu verkürzen, dass sich die Gäste unterhalten können, ohne die Stimme erheben zu müssen.

Zusammenfassung

  1. Die Studie hat gezeigt, dass Lärm ab etwa 52 dB die Gäste stört und ihre Ausgabebereitschaft verringert.
  2. Bei 57 dB fangen die Gäste bereits an, lauter zu sprechen.
  3. Normale Restaurants liegen bei 60 bis 80 dB, also über diesem Grenzwert.
  4. Hinter der zunehmenden Lautstärke steckt der Lombard-Effekt, also die Spirale des Überrufens.
  5. Der empfohlene Hintergrundpegel liegt unter 50 bis 55 dB und wird durch schallabsorbierende Flächen erreicht.

Wenn Sie ein Restaurant betreiben und es zu einem angenehmeren Ort machen möchten, an den Ihre Gäste gerne zurückkehren, beraten wir Sie gerne. Wir entwerfen eine akustische Lösung, die sich harmonisch in die Inneneinrichtung einfügt, und mit unserem Akustikrechner können Sie die benötigte schallabsorbierende Fläche grob berechnen.

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