02. 07. 2021 - Alles

Können Sie sich nicht auf die Arbeit konzentrieren? Das könnte daran liegen, dass Sie Musik hören

Viele Menschen hören bei der Arbeit oder beim Lernen Musik und betrachten sie als Hilfsmittel zur Konzentration. Andere können sich nicht konzentrieren, wenn sie irgendwelche Geräusche im Hintergrund hören. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen: Manche Musikarten können helfen, andere hingegen beeinträchtigen die Konzentration. Schauen wir uns einmal an, warum das so ist und was sich daraus ergibt.

Warum Musik manchmal ablenkt

Musik kann uns fesseln, berühren und mitreißen – und genau das ist bei der Arbeit manchmal ein Problem. Wenn Sie müde sind oder keine Lust haben, kann ein Lieblingslied Ihre Stimmung heben und Ihnen helfen. Wenn Sie sich jedoch wirklich konzentrieren müssen, wirkt sich genau diese Fähigkeit der Musik, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, nachteilig aus.

Wenn Sie versuchen, etwas zu berechnen, zu schreiben oder zu verstehen, kann zu laute oder zu lebhafte Musik den Gedankenfluss unterbrechen. Die Aufmerksamkeit verteilt sich zwischen der Aufgabe und der Musik, wodurch die anspruchsvollere Arbeit zu kurz kommt.

Wie Musik das Arbeitsgedächtnis belastet

Das Arbeitsgedächtnis ist die Fähigkeit, mehrere Informationen gleichzeitig im Gedächtnis zu behalten und zu verarbeiten. Sie nutzen es immer dann, wenn Sie sich Rechenschritte, eine Abfolge von Ereignissen oder Punkte auf einer Liste merken und gleichzeitig damit arbeiten müssen.

Und hier liegt der Kern der Sache: Musik, insbesondere mit Text, konkurriert mit der Arbeit um dieselbe geistige Kapazität. Das Gehirn verarbeitet die Wörter eines Liedes automatisch, auch wenn Sie das gar nicht wollen, und dadurch wird ein Teil der Kapazität beansprucht, die Sie sonst der Aufgabe widmen würden. Dieser Effekt ist in der Psychologie bekannt und wurde in mehreren Studien unter dem Begriff „Irrelevant-Speech-Effekt“ beschrieben: Sprache und Gesang im Hintergrund beeinträchtigen die Leistung bei Aufgaben, die Gedächtnis und Konzentration erfordern, stärker als gleich lautes, unartikuliertes Geräusch.

Wenn Sie also ohnehin schon Schwierigkeiten haben, mehrere Dinge gleichzeitig im Kopf zu behalten, kann Musik mit Text dies noch weiter erschweren.

Warum Musik das Leseverständnis beeinträchtigt

Ähnliches gilt für das Lesen. Schnelle, laute Musik und Musik mit Text erschweren das Verstehen und Behalten des Gelesenen. Der Grund ist derselbe: Lesen ist eine sprachliche Aufgabe, und Singen ist ebenfalls Sprache, sodass sich beide gegenseitig stören.

Wenn Sie beim Arbeiten oder Lernen Musik hören möchten, ist Instrumentalmusik ohne Text die bessere Wahl – sie ist ruhiger und wird leiser abgespielt. Sie konkurriert nicht mit den Gedanken im Kopf und hilft vielen Menschen, den Rhythmus beizubehalten, ohne sie abzulenken.

Wenn nicht die Musik das Problem ist, sondern der Lärm drumherum

Interessant ist, dass viele Menschen Musik gerade deshalb hören, um störende Geräusche aus der Umgebung zu übertönen, also die Stimmen von Kollegen, den Lärm von der Straße oder den Nachbarn hinter der Wand. In einem solchen Fall bekämpft die Musik die Folge, nicht die Ursache.

Wenn Sie bei der Arbeit durch Umgebungsgeräusche gestört werden, gibt es bessere Lösungen, als diese mit noch mehr Lärm zu übertönen:

  • Gleichmäßiger Hintergrundklang (Maskierung). Im Gegensatz zu Musik mit Text lenkt er nicht ab, sondern mildert lediglich plötzliche Störgeräusche ab. Daher ist ein leises Rauschen für Menschen, die sich durch Musik gestört fühlen, oft die bessere Wahl.
  • Akustische Raumgestaltung. Wenn der Raum hallt und Geräusche sich darin ausbreiten, helfen schallabsorbierende Flächen, die den Nachhall verkürzen und den Geräuschpegel senken.
  • Schallisolierung. Wenn Sie durch Lärm von Nachbarn oder von der Straße gestört werden, ist eine Schallisolierung die Lösung, die das Eindringen von Schall in den Raum verringert.

Zusammenfassung

  1. Musik hilft manchen Menschen bei der Arbeit, anderen schadet sie. Entscheidend sind die Art der Musik und die jeweilige Aufgabe.
  2. Musik mit Text konkurriert mit den Vorgängen im Arbeitsgedächtnis und beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit.
  3. Beim Lesen und Lernen lenkt Musik mit Text am meisten ab, denn auch Lesen ist Sprache.
  4. Wenn Sie schon Musik hören möchten, wählen Sie lieber Instrumentalmusik und eine leise.
  5. Wenn der Lärm aus der Umgebung das Problem ist, helfen Maskierung, Akustikmaßnahmen oder Schalldämmung besser als Musik.

Wenn Sie bei der Arbeit durch Umgebungsgeräusche oder Lärm von Nachbarn gestört werden, melden Sie sich bei uns. Wir beraten Sie, ob eine akustische Raumgestaltung oder eine Schalldämmung Abhilfe schaffen kann, und entwerfen eine maßgeschneiderte Lösung.

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