Verkehrslärm ist nicht nur eine Frage des Komforts. Nach Angaben der Europäischen Kommission zählt er zu den größten umweltbedingten Gesundheitsrisiken, direkt nach der Luftverschmutzung. Wir haben uns angesehen, zu welchen Ergebnissen die Studie gekommen ist und welche Maßnahmen sie vorschlägt.
Worum es in der Studie ging
Ziel der Studie war es, die Europäische Kommission bei der Suche nach Maßnahmen zu unterstützen, mit denen sich die gesundheitliche Belastung durch Verkehrslärm verringern ließe. Den Schlussfolgerungen der Studie zufolge ist eine Reduzierung dieser Belastung um 20 bis 50 Prozent realistisch, wenn die Maßnahmen richtig kombiniert werden.
Das Ausmaß des Problems ist dabei groß: Etwa jeder fünfte EU-Bürger ist einem gesundheitsschädlichen Verkehrslärmpegel ausgesetzt. Den größten Anteil hat der Straßenverkehr, gefolgt vom Schienen- und Luftverkehr.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation zählen zu den Folgen einer langfristigen Belastung durch Verkehrslärm Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlafstörungen, Konzentrations- und Lernschwierigkeiten bei Kindern sowie die sogenannte Lärmbelästigung, d. h. langfristiger Stress und eine Beeinträchtigung des Wohlbefindens durch anhaltenden Lärm in der Umgebung.
Wo wurde der Lärm gemessen?
Die Studie stützte sich auf den Rahmen der Europäischen Richtlinie über Umgebungslärm (END) und konzentrierte sich auf die am stärksten belasteten Gebiete:
- Straßen und Eisenbahnen in Ballungsräumen mit mehr als 100.000 Einwohnern,
- Hauptverkehrsstraßen mit mehr als 3 Millionen Fahrzeugen pro Jahr,
- Hauptbahnstrecken mit mehr als 30.000 Zügen pro Jahr,
- Große Flughäfen mit mehr als 50.000 Flugbewegungen pro Jahr.
Der Schwerpunkt lag auf Situationen mit langfristig hohen Lärmpegeln, die gemäß den Empfehlungen der WHO aus dem Jahr 2018 ein Gesundheitsrisiko darstellen. Die Pegel werden durch den Indikator L(den) ausgedrückt, also den Tagespegel, der den Tag, den Abend und die Nacht berücksichtigt.
Welche Maßnahmen schlägt die Studie vor?
Es ist interessant zu sehen, welche konkreten Lösungen sich in den einzelnen Verkehrsbereichen bewährt haben.
Straßenverkehr. Als wichtigste Maßnahmen werden Lärmschutzwände, lärmmindernde Fahrbahnbeläge und deren regelmäßige Instandhaltung bevorzugt. Diese werden in der Regel mit weiteren infrastrukturellen Maßnahmen und Mobilitätsplänen kombiniert. Informationskampagnen für die Öffentlichkeit sind seltener.
Schienenverkehr. Zu den gängigen Maßnahmen zählen das Schleifen der Schienen, Lärmschutzwände, Dämpfer an den Schienen und Erdwälle. Es gibt auch innovative Lösungen wie elastische Unterlagsplatten unter den Schienen oder niedrige Lärmschutzwände in der Nähe der Lärmquelle, die jedoch bislang noch nicht überall verbreitet sind.
Luftverkehr. Die Maßnahmen werden sowohl auf der Sender- als auch auf der Empfängerseite umgesetzt. Dabei werden betriebliche Einschränkungen wie ein Nachtflugverbot, ein Sanktionssystem bei Lärmüberschreitungen, Lärmüberwachung und infrastrukturelle Anpassungen kombiniert, die die Flugrouten von Wohngebieten weg lenken.
Was lässt sich daraus ableiten?
Die Studie kam zu dem Schluss, dass es realistisch ist, die gesundheitliche Belastung durch Verkehrslärm bis zum Jahr 2030 um mehr als 20 Prozent zu senken, allerdings nur dann, wenn die Maßnahmen kombiniert werden und sowohl auf EU-Ebene als auch auf nationaler Ebene politische und gesetzgeberische Unterstützung finden.
Die wichtigste Erkenntnis ist dabei ganz einfach: Der europäische Rechtsrahmen funktioniert nur in dem Maße, wie er von den einzelnen Staaten tatsächlich umgesetzt wird. Ohne nationale Umsetzung bleiben selbst gute Vorschriften reine Theorie.
Und was bedeutet das für Sie?
Umfangreiche Maßnahmen gegen Verkehrslärm liegen in der Hand der Bundesländer und Städte. Auf individueller Ebene oder im Haushalt lässt sich jedoch auch viel tun, ohne auf eine Lärmschutzwand warten zu müssen. Wenn Sie zu Hause unter Lärm von der Straße, der Bahn oder Flugrouten leiden, ist Schallschutz die Lösung, insbesondere hochwertige Fenster und deren Dichtungen, da das Fenster bei Außengeräuschen meist die schwächste Stelle ist.
Wenn Sie mit Verkehrslärm in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus zu kämpfen haben, beraten wir Sie gerne, woher dieser Lärm kommt und welche Maßnahmen wirklich helfen.