30. 05. 2021 - Alles

Baustellenlärm kann gefährlich sein. Wie kann man sich davor schützen?

Baustellen gehören zu den lautesten Arbeitsstätten überhaupt. Die Lärmpegel überschreiten hier regelmäßig den Wert, ab dem ein Gehörschutz erforderlich ist, und dennoch tragen die Arbeiter diesen nicht immer. Der Baulärm gefährdet dabei nicht nur die Arbeiter, sondern auch die Anwohner. Schauen wir uns an, welche Risiken bestehen und wie man sich schützen kann.

Warum ist es auf der Baustelle so laut?

Der Lärm auf der Baustelle ist schwankend und hängt davon ab, welche Arbeiten gerade durchgeführt werden. Zudem überschneiden sich die einzelnen Tätigkeiten, sodass selbst ein Arbeiter, der selbst eine leise Tätigkeit ausübt, dem Lärm seiner Kollegen in der Umgebung ausgesetzt ist.

Zu den lautesten Tätigkeiten zählen der Einsatz von Presslufthämmern, Betonschneidern, Winkelschleifern, Sägen, Abbruch- und Vibrationsmaschinen sowie gängigen Handwerkzeugen wie Bohrmaschinen und Hämmern. Viele dieser Maschinen erzeugen Lärm, der bei längerer Einwirkung ohne Gehörschutz das Gehör tatsächlich schädigt.

Wie lauten die gesetzlichen Grenzwerte?

Dies ist sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer wichtig zu wissen. Der Lärmschutz am Arbeitsplatz wird in der Slowakei durch eine Regierungsverordnung geregelt, die sogenannte Auslösewerte festlegt, d. h. Pegel, bei deren Erreichen der Arbeitgeber Maßnahmen ergreifen muss. Vereinfacht gesagt:

  • Ab 80 dB (Durchschnittswert für eine 8-Stunden-Schicht) muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmern Gehörschutz zur Verfügung stellen und sie über die Gefahr aufklären.
  • Ab 85 dB ist das Tragen eines Gehörschutzes vorgeschrieben, und der Bereich muss gekennzeichnet werden.
  • 87 dB ist der höchstzulässige Wert, der bereits unter Berücksichtigung der Dämpfung durch Gehörschutz berücksichtigt wird, also dessen, was tatsächlich am Ohr ankommt.

Da der Lärmpegel auf Baustellen in der Regel 85 Dezibel und oft sogar noch mehr überschreitet, ist Gehörschutz hier kein Luxus, sondern eine Pflicht. Entscheidend ist dabei die Lärmbelastung, also die Kombination aus Lautstärke und Dauer; daher werden sowohl der Durchschnittswert über die gesamte Schicht als auch die Spitzenwerte einzelner Schläge und Stöße erfasst.

Warum man das ernst nehmen sollte

Eine langfristige, ungeschützte Lärmbelastung schädigt das Gehör, und diese Schädigung ist irreversibel, da sich die Sinneszellen im Innenohr nicht regenerieren. Hinzu kommen erhöhte Müdigkeit, Stress und Konzentrationsschwäche, was auf der Baustelle auch ein erhöhtes Unfallrisiko bedeutet. Anhaltender Lärm stellt zudem eine allgemeine Belastung für den Organismus dar.

Welchen Gehörschutz sollte man wählen?

Bei der Auswahl eines Gehörschutzes sind einige Aspekte zu berücksichtigen:

Lärmpegel und Art des Lärms. Der geeignete Gehörschutz hängt davon ab, wie laut der Lärm am Arbeitsplatz ist und um welche Art von Lärm es sich handelt. Bei der Beurteilung und Messung hilft ein Arbeitsschutzfachmann, der den erforderlichen Dämpfungsgrad festlegt.

Einfache Pflege. Auf Baustellen ist es staubig und schmutzig, daher sollte der Gehörschutz leicht zu reinigen oder zum Einmalgebrauch bestimmt sein. Praktisch sind waschbare Ohrstöpsel oder strapazierfähige Ohrmuschelschützer, die desinfiziert werden können.

Kompatibilität mit anderen Hilfsmitteln. Der Gehörschutz darf das Tragen eines Helms, einer Schutzbrille oder eines Schweißerhelms nicht behindern. Es lohnt sich, zu testen, wie die einzelnen Elemente zusammenwirken.

Richtiges Tragen. Selbst die besten Ohrstöpsel sind nutzlos, wenn sie nachlässig eingesetzt werden. Die angegebene Dämmleistung gilt nur bei korrektem Einsatz.

Lärmminderung an der Quelle

Der persönliche Schutz ist die letzte Maßnahme, doch es ist immer besser, den Lärm bereits an der Quelle zu reduzieren. In Industrieanlagen und Produktionshallen kommen hierfür Akustikpaneele, Lärmschutzwände und Maschinenverkleidungen zum Einsatz, die den Lärm im Raum reduzieren und sowohl die Mitarbeiter als auch die Umgebung schützen. Bei Maschinen als Lärmquelle helfen zudem deren Trennung und eine schwingungsdämpfende Lagerung.

Wohnen Sie in der Nähe der Baustelle?

Baulärm betrifft nicht nur die Arbeiter. Wenn sich eine Baustelle direkt unter Ihren Fenstern befindet, kann der anhaltende Lärm Ihre Ruhe, Ihren Schlaf und Ihre Konzentration beim Homeoffice beeinträchtigen.

Hier ist es wichtig zu wissen, dass für Bauarbeiten zeitliche Beschränkungen gelten, nämlich die Nachtruhe und die Ruhezeiten am Wochenende, die durch Lärmschutzvorschriften und örtliche Verordnungen geregelt sind. Wenn der Lärm diese Grenzen überschreitet, sind Messungen und eine Beschwerde bei der zuständigen Behörde angebracht. Als Schutz vor Straßenlärm helfen auch hochwertige Fenster und deren Dichtungen, da das Fenster bei Lärm von außen meist die schwächste Stelle ist. Eine Schallisolierung der Wohnung wegen vorübergehender Bauarbeiten lohnt sich zwar in der Regel nicht, aber wenn Sie mit dauerhaftem Lärm aus der Umgebung zu kämpfen haben, ist dies sinnvoll.

Zusammenfassung

  1. Der Lärmpegel auf Baustellen überschreitet in der Regel 85 dB, ab diesem Wert ist der Gehörschutz vorgeschrieben.
  2. Das Gesetz legt die Auslösewerte 80, 85 und 87 dB fest, bei deren Erreichen der Arbeitgeber Maßnahmen ergreifen muss.
  3. Lärmschäden am Gehör sind irreversibel, daher ist Prävention von entscheidender Bedeutung.
  4. Der Gehörschutz muss gut sitzen, reinigungsfähig sein und sich mit Helm und Schutzbrille kombinieren lassen.
  5. Es ist immer besser, den Lärm an der Quelle zu reduzieren, da dies sowohl die Mitarbeiter als auch die Umgebung schützt.

Wenn Sie Probleme mit Lärm am Arbeitsplatz oder durch Baustellen in der Umgebung haben, beraten wir Sie gerne. Wir bieten Lärmmessungen sowie die Planung von akustischen und Lärmschutzlösungen für die Industrie und Arbeitsstätten an.

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