30. 04. 2021 - Alles

Die Akustik im Büro beeinflusst die Produktivität der Mitarbeiter

Unternehmen suchen nach Möglichkeiten, ihren Mitarbeitern ein angenehmes und produktives Arbeitsumfeld zu bieten. Eine beliebte Lösung sind Großraumbüros, die die Zusammenarbeit fördern und Platz sparen. Sie haben jedoch einen großen Nachteil: Lärm und lang anhaltender Nachhall, die die Konzentration beeinträchtigen und zu Ermüdung bei den Mitarbeitern führen.

Vor- und Nachteile von Großraumbüros

Großraumbüros haben ihre Vorteile. Sie fördern die Zusammenarbeit, die Kommunikation im Team und eine bessere Raumnutzung, oft auch mit reichlich Tageslicht.

Ihr größter Nachteil ist jedoch der Mangel an Privatsphäre und der Lärm. In einem Großraumbüro sind jedes Telefongespräch, jede Unterhaltung und auch Geräusche aus der Umgebung zu hören, was sich besonders negativ auf Arbeiten auswirkt, die Konzentration erfordern. Umfragen unter Mitarbeitern zeigen immer wieder, dass gerade Lärm und Störungen zu den häufigsten Beschwerden über Großraumbüros gehören. So gab beispielsweise in einer groß angelegten Mitarbeiterbefragung die Mehrheit der Befragten an, dass sie bei der Arbeit am meisten durch Telefonate und Gespräche von Kollegen gestört werden.

Menschen können sich zwar an Lärm gewöhnen, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Die meisten merken dabei gar nicht, wie sehr der Lärm ihre Konzentration beeinträchtigt; die Müdigkeit macht sich erst am Ende des Tages bemerkbar.

Welche Geräusche sind im Büro zu hören?

  • Geräusche von technischen Geräten: Drucker, Tastaturen, Telefone, Kaffeemaschine.
  • Menschliche Geräusche: Gespräche, Lachen, klingelnde Telefone, Schritte auf hartem Boden.
  • Umgebungsgeräusche: Verkehr, Straßenlärm, Lüftungsanlagen.

Die meisten dieser Geräusche sind an sich nicht laut. Ein Problem entsteht jedoch, wenn sie in Räumen mit harten Oberflächen reflektiert und verstärkt werden, wodurch sich der Gesamtlärmpegel erhöht.

Wie sich die Akustik auf die Mitarbeiter auswirkt

Lärmbelästigung führt zu Konzentrationsverlust, und je anspruchsvoller die Aufgabe ist, desto störender wirkt sich der Lärm aus. Mitarbeiter in einem lauten Büro sind in der Regel müder, weniger konzentriert und können sich die Informationen, mit denen sie arbeiten, schlechter merken.

Dahinter steckt auch ein Phänomen, das als „Störgeräuscheffekt“ bezeichnet wird: Das Gehirn verarbeitet automatisch die Sprache, die es hört, auch wenn es das gar nicht will, und dadurch wird Kapazität beansprucht, die es sonst der Arbeit widmen würde. Deshalb sind Telefonate und Gespräche von Kollegen störender als ebenso laute, unverständliche Geräusche.

Hinzu kommt eine langfristige Belastung. Anhaltender Hintergrundlärm ist ein Stressfaktor, und chronischer Stress geht mit erhöhter Müdigkeit, Reizbarkeit und einem schlechteren Wohlbefinden einher. Eine ruhigere und besser gestaltete Umgebung wirkt sich daher nicht nur positiv auf die Leistung aus, sondern auch auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter.

Wie man die Akustik im Büro verbessert

Die gute Nachricht ist, dass sich die Akustik in Großraumbüros deutlich verbessern lässt. Der Schlüssel dazu liegt darin, schallabsorbierende Flächen in den Raum zu integrieren, die den Nachhall verkürzen und den Geräuschpegel senken, sowie den Raum sinnvoll zu unterteilen. Die gängigsten Lösungen:

Akustikplatten. Sie absorbieren reflektierten Schall, verkürzen den Nachhall und verbessern die Sprachverständlichkeit. Das grundlegende und vielseitigste Element.

Akustikdecken und Deckenelemente. Die Decke ist die größte freie Fläche, weshalb ihre Gestaltung meist am wirkungsvollsten ist. Geeignet für Großraumbüros, Besprechungsräume und Empfangsbereiche.

Akustische Tischtrennwände. Sie verringern die Schallübertragung zwischen benachbarten Arbeitsplätzen und sorgen für etwas mehr Privatsphäre, ohne den Raum abzuschotten.

Hängende Akustikelemente und Trennwände. Sie unterteilen den Raum in kleinere Bereiche und begrenzen die Schallausbreitung im gesamten Raum.

Akustische Telefon- und Besprechungskabinen. Ideal für Telefonate, Videokonferenzen und konzentriertes Arbeiten. Hier ist es wichtig, realistische Erwartungen zu haben: Eine hochwertige Kabine reduziert den Lärm erheblich und sorgt für Privatsphäre, doch keine ist vollständig schalldicht. Die Qualität lässt sich objektiv anhand der Sprachdämpfungsklasse gemäß der Norm ISO 23351-1 vergleichen.

Die Kombination dieser Elemente funktioniert ideal, da jedes Element einen anderen Teil des Problems löst. Die genaue Größe der Absorptionsfläche hängt von der Größe des Raums und seinem aktuellen Zustand ab und lässt sich berechnen.

Zusammenfassung

  1. Open Space fördert die Zusammenarbeit, hat jedoch den Nachteil, dass es laut ist und der Schall lange nachhallt.
  2. Am meisten stören Gespräche und Anrufe von Kollegen, da das Gehirn Sprache automatisch verarbeitet.
  3. Lärm beeinträchtigt die Konzentrationsfähigkeit, führt zu erhöhter Müdigkeit und langfristig auch zu Stress.
  4. Das Problem wird durch schallabsorbierende Flächen und eine Aufteilung des Raums gelöst, nicht durch die Aufforderung, still zu sein.
  5. Die Kabinen bieten Privatsphäre und ruhigere Bereiche; ihre Qualität wird durch die Dämmklasse nach ISO 23351-1 bestimmt.

Wenn Sie sich mit der Akustik Ihres Büros beschäftigen, beraten wir Sie gerne. Je nach Größe und Nutzung des Raums schlagen wir Ihnen eine Kombination verschiedener Lösungen vor, und die benötigte schallabsorbierende Fläche können Sie mit unserem Akustikrechner grob berechnen.

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