Viele Cafés und Restaurants, die Sie besuchen, sind laute Orte. Die Gespräche der Gäste, die Hintergrundmusik und das Klappern der Teller aus der Küche können ein Restaurant zu einem Ort machen, an dem man sich selbst mit seinem Tischnachbarn kaum versteht und die Stimme erheben muss. Sind laute Restaurants schädlich für das Gehör? Die Antwort hängt davon ab, ob Sie Gast sind oder dort arbeiten.
Ein lautes Restaurant schadet dem Gehör des Gastes nicht
Sagen wir es ganz offen, damit der Artikel nicht unnötig Angst macht. Wenn Sie zum Mittag- oder Abendessen in ein lautes Restaurant gehen, ist Ihr Gehör nicht gefährdet. Der übliche Geräuschpegel in Restaurants, der meist zwischen 70 und 80 dB liegt, ist bei einem Besuch von ein oder zwei Stunden für das Gehör unbedenklich.
Was ein lautes Restaurant einem Gast tatsächlich bereitet, ist Unbehagen: Es fällt ihm schwerer, sich zu verständigen, er muss seine Stimme erheben, nach einer Weile ist er müde und das Gespräch kostet ihn mehr Mühe. Das ist der Grund, warum man manche Lokale erschöpft verlässt, obwohl man nur gesessen und gegessen hat. Es handelt sich dabei nicht um eine Schädigung des Gehörs, aber es ist der Grund, warum Gäste nicht gerne in ein zu lautes Lokal zurückkehren.
Beim Personal ist das anders
Das Risiko entsteht tatsächlich bei den Mitarbeitern. Kellner, Barkeeper oder Köche sind nicht nur eine Stunde lang Lärm ausgesetzt, sondern während ihrer gesamten Schicht, also auch acht und mehr Stunden täglich, Tag für Tag. Und bei Lärm kommt es auf die Dosis an, also auf die Kombination aus Lautstärke und Dauer.
Wenn der Lärmpegel im Betrieb langfristig bei etwa 80 bis 85 dB oder mehr liegt, gelangen wir bei einer Exposition über die gesamte Schicht hinweg bereits in einen Bereich, in dem der Arbeitgeber Verpflichtungen im Bereich des Gehörschutzes hat. Für das Personal ist es daher sinnvoll, den Lärm im Restaurant als gesundheitliches Thema zu betrachten – im Gegensatz zu den Gästen.
Warum sind Restaurants so laut?
Für den Lärmpegel in Restaurants sind drei Faktoren verantwortlich:
Modernes Design. Teppiche, Vorhänge, Tischdecken und Polster, die früher den Schall dämpften, sind aus der Mode gekommen. An ihre Stelle sind harte Oberflächen getreten: Beton, Glas, Holz, Fliesen und hohe Decken. Das sieht zwar stilvoll aus, aber der Schall wird von solchen Flächen reflektiert und hallt lange nach. Es entsteht ein langer Nachhall und damit Lärm.
Der Lombard-Effekt. Das ist der Hauptgrund, warum es in einem Restaurant so laut werden kann, dass es unerträglich ist. Wenn es im Raum laut ist, erheben die Menschen unbewusst ihre Stimme, damit ihre Tischgenossen sie hören können. Dadurch steigt der Lärmpegel, woraufhin alle mit einer weiteren Erhöhung ihrer Stimme reagieren, und es entsteht eine Spirale, in der sich der Lärm von selbst verstärkt. In einem halligen Raum kommt dieser Effekt sehr leicht in Gang.
Musik. Das Lokal möchte eine lebhafte Atmosphäre schaffen und spielt daher Musik. Diese erhöht jedoch den Grundgeräuschpegel, worauf die Gäste – wie zu erwarten – mit lauterer Stimme reagieren. Die Musik kann den gesamten Effekt somit noch verstärken.
Warum es sich lohnt, sich damit zu befassen
Für ein Restaurant ist Lärm nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch des Geschäfts:
- Gäste bleiben in einem zu lauten Lokal kürzer und kommen seltener wieder.
- Das Personal arbeitet unter anspruchsvolleren Bedingungen, was sich sowohl in Ermüdungserscheinungen als auch in der Fluktuation niederschlägt.
- Die Verständlichkeit bei der Bestellung nimmt ab, was zu mehr Missverständnissen führt.
Eine gute Akustik hingegen macht das Lokal zu einem angenehmeren Ort, an den die Leute gerne zurückkehren.
Wie lässt sich der Lärm in einem Restaurant reduzieren?
Der Schlüssel liegt darin, den Nachhall durch den Einbau von schallabsorbierenden Flächen zu verkürzen, um die Lärmspirale zu durchbrechen. Die Lösungen lassen sich so gestalten, dass sie sich harmonisch in ein modernes Interieur einfügen:
- Akustikdecken und Deckenelemente sind in der Regel am wirksamsten, da die Decke meist die größte freie Fläche darstellt.
- Akustikpaneele für die Wand, heute in zahlreichen Designs erhältlich, darunter auch aus Holz und Stoff.
- Hängende Akustikelemente (Akustikplatten) bei hohen Decken.
- Weichere Einrichtungselemente, gepolsterte Sitzmöbel, Textilien, soweit es das Konzept zulässt.
Das Ziel besteht nicht darin, das Restaurant völlig still zu machen, sondern den Nachhall so zu verkürzen, dass sich die Gäste unterhalten können, ohne die Stimme erheben zu müssen. Die genaue Größe der schallabsorbierenden Fläche hängt von der Größe und dem Zustand des Raums ab und lässt sich berechnen.
Zusammenfassung
- Ein lautes Restaurant schadet dem Gehör eines Gastes nicht, sondern verursacht lediglich Unbehagen und Müdigkeit.
- Für Mitarbeiter, die während ihrer gesamten Schicht Lärm ausgesetzt sind, ist Lärm ein echtes Gesundheitsproblem.
- Für den Lärm sind harte Oberflächen, der Lombard-Effekt und Musik verantwortlich.
- Lärm beeinträchtigt das Wohlbefinden der Gäste und mindert ihre Bereitschaft, wiederzukommen, was sich direkt auf das Geschäft auswirkt.
- Dies wird durch schallabsorbierende Flächen erreicht, die den Nachhall verkürzen und die Lärmspirale stoppen.
Wenn Sie ein Restaurant oder ein Café betreiben und den Lärm reduzieren möchten, ohne dabei an Stil einzubüßen, beraten wir Sie gerne. Wir entwerfen eine Lösung, die sich harmonisch in Ihre Inneneinrichtung einfügt, und die benötigte schallabsorbierende Fläche können Sie mit unserem Akustikrechner grob berechnen.