Eine schlechte Akustik im Büro kann mehr Schaden anrichten, als man denkt. Sie beeinträchtigt die Konzentration, erschwert die Kommunikation, ermüdet die Mitarbeiter und mindert insgesamt das Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Die gute Nachricht ist, dass sich dies relativ einfach verbessern lässt. Schauen wir uns einmal an, wie das geht.
Machen Sie sich zunächst klar, worum es eigentlich geht
Bevor Sie irgendetwas unternehmen, sollten Sie das Problem genau benennen, denn „schlechte Akustik“ kann zwei verschiedene Dinge mit unterschiedlichen Lösungen bedeuten:
- Der Raum ist groß und es ist laut darin (langer Nachhall, sich überschneidende Gespräche). Das ist die Raumakustik, die durch schallabsorbierende Flächen verbessert wird.
- Geräusche aus dem Nachbarraum oder vom Flur hören (durch die Wand, die Tür). Das ist Schallschutz, der durch Masse und Dichtheit gewährleistet wird.
Die meisten Büros, insbesondere Großraumbüros, leiden unter dem erstgenannten Problem, also dem Nachhall. Oft sind jedoch beide Maßnahmen erforderlich, beispielsweise muss ein ruhiger Besprechungsraum vom Großraumbüro getrennt werden (Schallisolierung) und gleichzeitig der Nachhall darin reduziert werden (Akustik). Daher lohnt es sich, zunächst festzustellen, was Sie eigentlich stört.
Woran erkennt man eine schlechte Akustik?
Geräusche sind nicht als technische Störung erkennbar, weshalb Probleme mit der Akustik oft übersehen werden. Sie machen sich indirekt bemerkbar:
- Die Mitarbeiter beklagen sich darüber, dass sie sich nicht konzentrieren können,
- Bei Videoanrufen ist die Verständlichkeit schlecht, es gibt ein Echo,
- Die Menschen müssen wiederholen, was sie gesagt haben,
- In diesem Raum hört man jedes Gespräch vom Nebentisch,
- Am Ende des Tages sind alle müder, als sie eigentlich sein sollten.
Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, hat Ihr Büro höchstwahrscheinlich einen langen Nachhall und zu wenige schallabsorbierende Flächen.
Wie man die Akustik im Büro verbessert
Die Lösung besteht darin, Materialien in den Raum einzubauen, die Schall absorbieren und den Nachhall verkürzen. Die wirksamsten Maßnahmen:
Akustikdecken und Deckenelemente. Die Decke ist die größte freie Fläche im Raum, daher ist ihre Gestaltung in der Regel am wirksamsten. Geeignet sowohl für Großraumbüros als auch für Besprechungsräume.
Akustikpaneele für die Wand. An großen, kahlen Flächen angebracht, dämpfen sie Schallreflexionen und verbessern die Sprachverständlichkeit. Heute in zahlreichen Designs erhältlich, von Stoffpaneelen bis hin zu Holzlamellen.
Akustik-Trennwände zwischen den Tischen. Sie verringern die Schallübertragung zwischen benachbarten Arbeitsplätzen und sorgen für mehr Privatsphäre, ohne den Raum zu verschließen.
Telefon- und Besprechungskabinen. Für Telefonate, Videokonferenzen und konzentriertes Arbeiten. Sie trennen die Gespräche vom restlichen Raum ab.
Weiche Einrichtungselemente. Teppiche, Vorhänge und gepolsterte Sitzmöbel dämpfen den Nachhall zusätzlich und ergänzen die akustischen Elemente.
Entscheidend ist, dass die schallabsorbierenden Flächen dort angebracht werden, wo sie die größte Wirkung entfalten, und dass sie in ausreichender Menge vorhanden sind. In der Regel werden etwa 20 bis 30 % der Fläche abgedeckt; die genaue Menge lässt sich aus dem Raumvolumen und der angestrebten Nachhallzeit berechnen.
Wenn auch eine Isolierung erforderlich ist
Wenn das Problem darin besteht, dass Schall aus einem anderen Raum eindringt, reichen die Paneele allein nicht aus. In diesem Fall kommt die Schalldämmung ins Spiel:
- Die Wand zwischen den Büros, wenn man durch sie hindurch Gespräche hören kann.
- Türen, die oft die größte Schwachstelle darstellen. Hohlraumtüren lassen Geräusche durch; ein Austausch gegen schalldämmende Türen hilft.
- Abdichtung von Durchführungen. Nicht abgedichtete Öffnungen für Kabel und Leitungen in der Wand sind ein versteckter Schallweg.
Dies ist eine andere Aufgabe als die akustische Gestaltung und muss separat bewertet werden.
Zusammenfassung
- Zunächst sollten Sie unterscheiden, ob es sich um einen Nachhall im Raum oder um das Eindringen von Geräuschen von außen handelt.
- An schlechte Akustik erkennen Sie daran, dass Sie müde werden, die Videoanrufe schlecht funktionieren und die Sprache unverständlich ist.
- Der Nachhall wird durch schallabsorbierende Flächen gedämpft; am wirksamsten ist dabei meist die Decke.
- Die Anordnung und die Größe der Absorptionsfläche sind entscheidend; als Richtwert gelten 20 bis 30 %.
- Wenn man Geräusche aus dem Nachbarraum hört, ist auch eine Schalldämmung erforderlich, insbesondere an den Türen.
Wenn Sie sich mit der Akustik Ihres Büros beschäftigen und nicht wissen, wo Sie anfangen sollen, beraten wir Sie gerne. Wir begutachten die Räumlichkeiten, schlagen eine Lösung vor, und die benötigte schallabsorbierende Fläche können Sie sich mit unserem Akustikrechner grob berechnen.