07. 04. 2023 - Alles

Schallisolierung des Sitzungssaals: Privatsphäre und Verständlichkeit

Ein Besprechungsraum hat zwei akustische Aufgaben und benötigt in der Regel beide, allerdings aus ganz unterschiedlichen Gründen. Wer diese verwechselt, gibt Geld für die falschen Maßnahmen aus.

Damit die Besprechung nach draußen nicht zu hören ist. Dabei geht es um die Schalldämmung, also darum, wie viel Schall durch Wände und Türen in den Flur und in benachbarte Büros dringt.

Damit der Redner im Raum gut zu verstehen ist. Das ist eine Frage der Raumakustik, also des Nachhalls und der Reflexionen im Raum.

Eine Akustikplatte an der Wand des Besprechungsraums verbessert zwar die Sprachverständlichkeit im Raum, verhindert aber nicht, dass Kollegen auf dem Flur hören, worüber gerade gesprochen wird. Und selbst die besten schalldichten Türen ändern nichts daran, dass man sich in einem Raum mit Glaswänden und einem langen Tisch schlecht versteht. Das sind zwei verschiedene Dinge.

Erster Teil: Damit die Besprechung im Raum bleibt

Für einen Besprechungsraum ist dies oft wichtiger als der Komfort. Dort werden Gehälter, Personalangelegenheiten, Geschäftsbedingungen und Strategien besprochen, und nichts davon darf im Großraumbüro hinter der Wand zu hören sein.

Schwachstellen nach ihrer Wichtigkeit geordnet:

Türen. Die häufigste undichte Stelle. Bei gewöhnlichen Innentüren dringt der Schall so stark durch, dass man die gesprochenen Worte dahinter verstehen kann. Entscheidend ist dabei die Dichtung entlang des gesamten Umfangs einschließlich der Schwelle, nicht nur das Türblatt selbst. Glastüren und Ganzglaswände, die heute in Büros beliebt sind, stellen hinsichtlich der Privatsphäre die größte Herausforderung dar, mit der man arbeiten muss, und dies muss bereits bei der Planung berücksichtigt werden.

Querstrebe über der abgehängten Decke. Wenn die Wand des Besprechungsraums an der abgehängten Decke endet und nicht bis zur tragenden Decke reicht, dringt der Schall ungehindert durch den darüber liegenden Raum in den Nebenraum. Dies ist der häufigste versteckte Fehler, und keine Maßnahme an der Wand kann ihn beheben. Die Trennwand muss bis zur Decke reichen.

Glaswände. Entscheidend sind die Dicke und die Zusammensetzung des Glases, die umlaufende Dichtung und der Rahmen. Dünnes Einfachglas in einer Trennwand ist eine akustische Schwachstelle, die zwar repräsentativ wirkt, aber keine Privatsphäre gewährleistet.

Lüftungstechnik. Ein gemeinsamer Luftkanal, der vom Sitzungssaal in die Nebenräume führt, überträgt Stimmen direkt. Dies wird durch Schalldämpfer in den Leitungen behoben.

Teil 2: Damit man sich im Raum versteht

Ein typischer Besprechungsraum ist akustisch ungünstig: ein langer Tisch, verglaste Wände, ein harter Boden und wenige weiche Oberflächen. Der Schall wird reflektiert, der Nachhall ist lang und die Sprache wird weniger verständlich, insbesondere bei Videokonferenzen, bei denen das Mikrofon auch alle Reflexionen aufnimmt.

Das äußert sich konkret darin, dass die Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung um Wiederholung bitten, die Anwesenden im Raum unwillkürlich lauter sprechen und nach einer Stunde Besprechung müder sind, als sie eigentlich sein sollten.

Das wird durch Absorptionsflächen gelöst:

  • Akustikdecke oder Deckenbaffeln sind in der Regel am wirksamsten, da die Decke die größte freie Fläche darstellt.
  • Wandpaneele an den Flächen hinter und gegenüber dem Redner, wo die ersten Reflexionen entstehen.
  • Textilflächen und Teppich, sofern es die Raumgestaltung zulässt.

Das Ziel ist es, den Nachhall zu verkürzen, damit die Sprache verständlich ist und Videogespräche klar klingen. Die genaue Größe der schallabsorbierenden Fläche hängt von der Raumgröße und den aktuellen Gegebenheiten ab und lässt sich berechnen.

Achten Sie bei der Auswahl der Paneele auf den Schallabsorptionsgrad α_w und die Absorptionsklasse, nicht nur auf das Aussehen. Ein Paneel ohne angegebenen Wert dient lediglich der Dekoration.

Was funktioniert nicht?

  • Akustikplatten gegen Schallübertragung in den Flur. Sie dämpfen den Nachhall im Raum, nicht den Schall, der durch die Wand dringt. Wenn Ihnen jemand diese Platten als Lösung für den Schutz der Privatsphäre anbietet, handelt es sich um das falsche Produkt.
  • Heruntergelassene Rollläden und ein Bild an der Wand als Maßnahme gegen den Nachhall. Der Effekt ist vernachlässigbar.
  • „Wartung der Schalldämmung“. Schalldämmung unterliegt keinem Verschleiß und erfordert keine regelmäßigen Kontrollen. Sobald die Konstruktion fertiggestellt und dicht ist, erfüllt sie ihren Zweck. Diese Behauptung aus dem Internet trifft nicht zu.

Zusammenfassung

  1. Machen Sie sich klar, worum es Ihnen geht: dass man draußen nichts hört oder dass man drinnen gut versteht.
  2. Was den privaten Bereich betrifft, fangen Sie mit der Tür an und prüfen Sie, ob die Trennwand bis zur tragenden Decke reicht.
  3. Verwenden Sie für eine gute Verständlichkeit und bei Videoanrufen absorbierende Flächen mit einem angegebenen α_w-Wert.
  4. Verglaste Wände und Türen sehen zwar gut aus, sind aber akustisch gesehen die größte Schwachstelle. Berücksichtigen Sie dies im Voraus.

Wenn Sie einen Besprechungsraum einrichten möchten, melden Sie sich bei uns. Wir prüfen, ob Sie eher eine Schalldämmung, eine Akustiklösung oder beides benötigen, und entwerfen eine maßgeschneiderte Lösung.

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