In einem Großraumbüro ist es schwierig, zu telefonieren, ohne die Umgebung zu stören oder von ihr gestört zu werden. Die Mitarbeiter ziehen sich daher oft auf den Flur, in die Teeküche oder auf das Treppenhaus zurück. Die Lösung ist eine akustische Telefonkabine, also eine separate, geschlossene Kabine für eine oder mehrere Personen direkt im Bürobereich.
Die meisten Unternehmen kaufen eine solche Kabine als Fertigprodukt und bauen sie nicht selbst. Dieser Artikel ist daher ein Leitfaden für die Auswahl: Was entscheidet wirklich über die Qualität und wo kann man sich die Finger verbrennen?
Am wichtigsten ist die Akustik, und zwar in zweierlei Hinsicht
Die Kabine muss zwei Dinge gleichzeitig bewältigen, und beide lassen sich messen.
Damit das Telefongespräch nach außen nicht zu hören ist. Damit Kollegen, die zwei Meter von der Kabine entfernt stehen, nicht hören können, worüber Sie sprechen. Das ist eine Frage der Schalldämmung der Kabine, also davon, wie viel Schall ihre Konstruktion zurückhält.
Damit Sie sich im Inneren wohlfühlen. Damit Sie in der Kabine keinen unangenehmen Hall haben und Ihr Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung Sie klar und deutlich hört. Das ist eine Frage der Schallabsorption der Innenflächen, also der Raumakustik im Inneren der Kabine.
Eine gute Kabine erfüllt beide Anforderungen. Eine billige Kabine schafft in der Regel nur das eine und lässt das andere außer Acht.
Wie lässt sich Qualität objektiv vergleichen?
Dies ist die einzige Möglichkeit, sich nicht nur auf Fotos und Beschreibungen zu verlassen. Hochwertige Kabinen weisen eine angugeben Dämmung gemäß der internationalen Norm ISO 23351-1 auf, die Kabinen in die Klassen A bis D einteilt.
Einfach ausgedrückt: Die Norm misst, um wie viel sich die Sprachverständlichkeit zwischen dem Innenraum der Fahrerkabine und der Umgebung verringert. Klasse A steht für die beste Schalldämmung (die Sprache von außen ist praktisch nicht zu verstehen), Klasse D für die schlechteste.
Faustregel: Wenn für eine Kabine keine Klasse gemäß ISO 23351-1 angegeben ist, gibt es keinen Maßstab, anhand dessen Sie sie mit einer anderen vergleichen können. Marketingbegriffe wie „absolute Privatsphäre“ haben keine Bedeutung, denn keine Kabine bietet absolute Stille.
Was man bei der Auswahl beachten sollte
Dämpfungsklasse. Je nachdem, was Sie in der Kabine tun werden. Für normale Telefonate reicht eine niedrigere Klasse aus, für vertrauliche Gespräche (Personalwesen, Vertrieb, Rechtsangelegenheiten) lohnt sich eine höhere.
Belüftung. Dies ist ein entscheidender Faktor dafür, ob die Kabine tatsächlich genutzt wird. Ein geschlossener Raum ohne gute Belüftung füllt sich während eines Gesprächs schnell mit Atemluft und es wird darin warm. Eine hochwertige Kabine verfügt über ein leises und effizientes Belüftungssystem, das die Luft kontinuierlich austauscht. Achtung: Der Ventilator ist gleichzeitig eine potenzielle Lärmquelle und ein Weg, über den Schall nach außen dringt. Ein guter Hersteller hat dafür eine Lösung gefunden, ein billiger Hersteller nicht.
Dichtungen und Türen. Die Türen sind die schwächste Stelle jeder Kabine. Entscheidend ist die Dichtung entlang des gesamten Umfangs. Wenn die Türen nicht gut abdichten, ist die angegebene Schalldämmklasse nur eine Zahl auf dem Papier.
Größe und Verwendungszweck. Die Kabinen reichen von Kabinen für eine stehende Person für kurze Gespräche bis hin zu größeren Räumen für Videokonferenzen oder kleine Besprechungen. Wählen Sie die Kabine danach aus, wie lange sich die Personen darin aufhalten und wofür sie genutzt wird.
Komfort im Innenraum. Ausreichend Beinfreiheit, Deckenhöhe, Beleuchtung, Steckdose und ein Regal oder ein Tischchen für den Laptop. Ein Abteil, in dem man sich unwohl fühlt, bleibt leer, und der Gang kommt wieder ins Spiel.
Sitzen oder stehen. Für kurze Gespräche reicht eine Stehkabine aus, die weniger Platz beansprucht. Für längere Gespräche und Videoanrufe ist eine Kabine mit Sitzgelegenheit besser geeignet.
Verglasung. Verglaste Kabinen wirken luftig und lassen Licht herein, was angenehm ist. Glas ist jedoch akustisch gesehen eine Schwachstelle im Vergleich zu einer massiven Wand, weshalb bei verglasten Kabinen die Qualität des Glases und der Dichtungen umso wichtiger ist. Eine gute Kabine kommt damit zurecht, aber es ist ein Faktor, den man berücksichtigen muss.
Mobilität. Die meisten Kabinen lassen sich versetzen, was bei einem Umzug oder einer Umgestaltung des Büros von Vorteil ist. Wenn dies für Sie wichtig ist, sollten Sie das Gewicht und die Art der Montage prüfen.
Was man von der Kabine nicht erwarten sollte
- Absolute Stille. Keine Telefonzelle ist vollkommen schalldicht. Das Ziel ist es, dass man das Telefongespräch nicht verstehen kann, nicht, dass völlige Stille herrscht.
- Dass sie das Lärmproblem im gesamten Büro löst. Die Kabine dient zum Telefonieren. Das allgemeine Lärmproblem im Großraumbüro wird durch akustische Maßnahmen (schallabsorbierende Decken, Paneele, Trennwände) gelöst, was jedoch ein anderes Thema ist.
- Dass eine billige Box ohne angegebene Werte funktionieren wird. Ohne Schalldämmungsklasse und ohne ordentliche Belüftung und Abdichtung bekommt man eine Kiste, die zwar wie eine Kabine aussieht, aus der man aber trotzdem die Telefongespräche hören kann.
Zusammenfassung
- Die Kabine muss zwei Anforderungen erfüllen: Es darf nichts nach außen dringen, und im Inneren muss man sich gut unterhalten können.
- Vergleichen Sie anhand der Dämpfungsklasse nach ISO 23351-1. Ohne diese Angabe haben Sie keine Grundlage für Ihre Auswahl.
- Die Belüftung und die Dichtheit der Türen entscheiden darüber, ob die Kabine tatsächlich genutzt wird.
- Wählen Sie Größe und Typ je nach Verwendungszweck aus – von kurzen Telefonaten bis hin zu Videoanrufen.
- Erwarten Sie keine absolute Stille. Das Ziel ist Privatsphäre, kein Vakuum.
Wir führen akustische Telefon- und Besprechungskabinen für Büros in verschiedenen Größen und Dämmklassen. Für Produktions- und Industrieumgebungen fertigen wir auch maßgeschneiderte Kabinen an. Wir beraten Sie gerne, welche Kabine zu Ihren Räumlichkeiten und Ihrem Nutzungszweck passt.